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21.03.07 02:29

Vienna's Lost Daughters

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Kritik:

größere AnsichtVienna's Lost Daughters

Die gebürtige Wienerin Mirjam Unger besucht in ihrem Dokumentarfilm Vienna’s Lost Daughters acht jüdische Frauen in New York, die vor Beginn des zweiten Weltkriegs aus dem von NS-Deutschland besetzten Österreich fliehen konnten. Im Zentrum des Films stehen der Alltag der heute über 80jährigen Frauen und die darin eingearbeiteten Interviews über den Verlust der einstigen Heimatstadt Wien sowie der Familie, die sie dort zurücklassen mussten.
Vienna’s Lost Daughters präsentiert sich hierbei nicht als historische Aufarbeitung im Sinne einer Guido-Knopp-Dokumentation, sondern erinnert im Inszenierungsstil beizeiten an Claude Lanzmanns Shoah. So arbeitet auch Unger komplett ohne Archivmaterial und begleitet eine der Familien zurück an den Ort des Geschehens, beim Besuch in Wien. Jedoch folgt Vienna’s Lost Daughters keiner bestimmten Dramaturgie. Episodisch wechselt der Fokus der Dokumentation zwischen den einzelnen Alltagsgeschichten der acht Frauen, die in den kurzen Interviewpassagen oft nur vage oder in Andeutungen von ihrer Vergangenheit berichten. Mirjam Unger zeigt Zurückhaltung, wo Lanzmann die geistige Auseinandersetzung mit dem Geschehenen suchte. Statt nachzuhaken und seinem Gegenüber Antworten zu entlocken, scheut Unger Aufdringlichkeit oder Indiskretion. Letztlich vielleicht auf Kosten der Qualität des Films.

größere AnsichtVienna's Lost Daughters

Vielmehr ist es Ungers Anliegen, die heutige Lebenssituation der Betroffenen zu zeigen und zu beobachten, welche Rolle ihre Geburtsstadt darin noch spielt. Den räumlichen Rahmen hierfür wählten die Frauen selbst, wie auch die Sprache: Während die meisten in kaum verlerntem Deutsch berichten, verbinden andere mit der Sprache zu viel Schlechtes, und bleiben strikt beim Englischen. In diese Alltagsszenen über Frisörbesuche oder Bridge-Nachmittage werden meist musikalische Erinnerungen an Wien eingeflochten, sei es das "Fiakerlied" oder Puccinis Oper "Tosca", die immer wieder an der Wiener Staatsoper aufgeführt wird. Andere kramen sorgsam in Kisten und Kartons aufbewahrte Erinnerungsstücke hervor. Es sind Erinnerungen an eine Stadt, die sich gegen sie wandte: Die Frauen berichten, wenn überhaupt, nur bruchstückhaft von NS-Terror, Berufsverboten oder den Novemberpogromen.

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Das Flimplakat zu Vienna's Lost Daughters

Vienna's Lost Daughters

Dokumentarfilm Österreich, 2007


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