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21.05.06 16:50

Falscher Bekenner

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Kritik:

größere AnsichtFalscher Bekenner

Es ist Nacht, man hört lauten Straßenverkehr, ein Licht flackert auf. In der nächsten Einstellung eröffnet sich dem Zuschauer das Bild eines verunglückten Autos. Ein junger Mann, noch schwer zu erkennen, tritt in Erscheinung. Er bückt sich, hebt ein Teil des Unfallfahrzeugs auf und verlässt den Tatort. Das war Armin. Die mittlere Reife gerade in der Tasche steht er auf der Schwelle zum Erwachsenwerden. Schnell soll dem Zuschauer klar werden, dass dies gar nicht so einfach ist.
Planlos eckt Armin in all seinen Lebenssituationen irgendwie an. Sei es in der Familie, bei der Jobsuche oder aber beim Werben um eine Freundin, nichts will so recht funktionieren. Im trauten Schoß der Familie, die den Jungen in all ihrer Piefigkeit zu erdrücken scheint, findet er ebenso wenig Halt, wie in der Welt abseits dieser Mauern. Denn außerhalb des Elternhauses gleicht ein Haus dem andern, typisch Reihenhaussieldung. Trotz bunter Blumen im Vorgarten beschleicht einen der Eindruck, dass alles Grau in Grau ist. Selbst der sonntägliche Familienspaziergang findet nicht in einem schönen Park statt, sondern vor der Kulisse des Braunkohletagebaus im rheinländischen Garzweiler. Kein Wunder, dass Armin derart deprimiert wirkt. Allerdings kommt der Jugendliche auch kein Schritt aus sich selbst heraus. Er redet kaum, reagiert oft allzu bockig und wirkt ständig in sich gekehrt oder gar gelangweilt abwesend. Sehr deutlich wird dies in Bezug zur hypothetischen Freundin Katja. Diese gebraucht Armin in seinen Annäherungsversuchen für Girls-Club-Spielchen, ohne dass es ihn jedoch recht zu schocken vermag, als sich rausstellt, dass sie ihn nur benutzt hat. Schon längst hat er abgeschlossen mit der realen Welt, die ihn keineswegs mehr zu berühren vermag, dennoch dürstet er nach Aufmerksamkeit.

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Als er besagten Unfall beobachtet, bietet sich ihm eine Chance. Statt weiterhin, wie mit der Mutter abgesprochen, jeden Tag eine Bewerbung zu schreiben, verfasst er lieber Bekennerbriefe für Taten, die er nicht begangen hat. Die erhoffte Wirkung, nämlich ein breites Medieninteresse, lässt nicht lange auf sich warten. Endlich ist Armin Jemand. Zwar anonym, aber man schenkt ihm Aufmerksamkeit.

Nach Milchwald kommt mit Falscher Bekenner der zweite Spielfilm von Regisseur und Drehbuchautor Christoph Hochhäusler in die Kinos. Wieder ist es ein Film, der sich stark mit Familie und Gesellschaft auseinander setzt. Ein Film, der zum Nachdenken anregen soll.

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Das Flimplakat zu Falscher Bekenner

Falscher Bekenner

Spielfilm Deutschland, 2005

Kinostart: 18.05.2006


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