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04.03.06 05:04

Komm, wir träumen!

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Kritik: Eckart (Julian Hackenberg) tritt seine Zivi-Stelle in einer Behindertenwerkstatt an. Sorgenkind in seiner Gruppe ist Ulrike (Anna Brüggemann), deren Ausbrüche es ihr schwer machen, sich einzugliedern. Eckart wendet sich ihr intensiv zu, und schon nach kurzer Zeit macht sie erstaunliche Fortschritte. Doch die Annäherung bleibt nicht ohne Folgen: Bald ist Eckart ihr Held, und auch er fühlt sich immer stärker zu seinem Schützling hingezogen...

Zugegeben, die Inhaltsangabe klingt nach den gutmenschelnden Siebzigern, der Zeit, in der die Romanvorlage Ulrike von Volker Jehle spielt. Doch keine Sorge. Der Film verlegt die Handlung in die Jetztzeit, wobei gefragt werden darf, ob Behindertenbetreuung heute wirklich so aussieht. Doch vom befürchteten SozPäd-Mief ist nur ein leichtes Düftchen zu bemerken.

Stattdessen stellt Co-Autor und Regisseur Leo Hiemer ganz das ungleiche Paar in den Mittelpunkt. Er zeigt eine zögernde Annäherung über gewaltige Barrieren hinweg – hier Betreuer, dort Objekt der Betreuung. Bemerkenswert differenziert ist der Film dabei geraten. Er motiviert die gegenseitige Anziehung gründlich und glaubhaft, zeigt die innere Zerrissenheit von Eckart zwischen Pflichtgefühl und Sympathie und verschweigt auch nicht, dass die wachsende Nähe in pädagogischer Hinsicht grundverkehrt ist. So erscheint auch die Reaktion der Umwelt nicht übertrieben. Dem großen Publikum unbekannt, genießt Leo Hiemer übrigens für sein Drama Daheim sterben die Leut’ von 1985 in gewissen Kreisen noch heute Kultstatus.

Die Konzentration auf die Dynamik zwischen den Figuren legt natürlich eine große Verantwortung auf die Darsteller. Hier zeigt vor allem Anna Brüggemann als Ulrike eine hinreißende Performance. Die Jungdarstellerin (Anatomie, Kleinruppin Forever) spielt mit gewaltiger Hingabe. Die geistig Behinderte nimmt man ihr ab, doch jenseits dieses Stigmas zeigt sie eine impulsive junge Frau, in deren Ausbrüchen sich jede noch so kleine Regung offenbart. Ihre Darstellung ist nicht nur überzeugend, sie ist großartig.

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Das Flimplakat zu Komm, wir träumen!

Komm, wir träumen!

Drama Deutschland, 2004

Kinostart: 27.10.2005

FSK: Keine Beschränkung

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