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28.02.06 19:06

The New World

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Kritik: Das Ergebnis kann sich sehen lassen. So nah war man an dieser Epoche kurz vor Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges bisher in keinem Film. Auch die Darstellung der Powhatan-Indianer braucht einen Vergleich mit der bisherigen Authentizitätsreferenz Der mit dem Wolf tanzt nicht zu scheuen. Malick rekonstruiert einen geschichtlichen Nullpunkt, die erste Begegnung der Siedler mit den nordamerikanischen Ureinwohnern. Meisterhaft arbeitet er das gegenseitige Fremdsein heraus und die Strategien, mit der beide Seiten versuchen, ihm beizukommen. Wir wissen aus der Geschichte, dass auf diesen Strategien kein Segen lag. Aber den wahren Mittelpunkt des Films markiert die Möglichkeit, die Utopie, wie es hätte kommen können. Das ist die Geschichte von Pocahontas und John Smith.
Colin Farrell, der seit Tigerland endlich wieder die Möglichkeit bekommt, einen guten Film zu bevölkern, gibt einen melancholischen Abenteurer, der nicht ins puritanische England passt und sich umso gieriger auf das Leben der Ureinwohner stürzt und vor allem auf das Wesen, das alle Vorzüge dieses Lebensstils in sich vereinigt. Das Naturkind Pocahontas und er genießen eine kurze Zeit unbeschwerten Glücks. Als es endet, ist auch die erste Zeit der Annäherung zwischen den Völkern vorbei, und es beginnt, was einmal euphemistisch die Besiedelung des Westens genannt werden wird.

Der zur Zeit des Drehs erst 14jährigen Q’Orianka Kilcher gelingt es in ihrer Rolle als Pocahontas, den Wandel, den das umwälzendste Jahrzehnt im Leben eines Menschen mit sich bringt, darzustellen. Der Zuschauer erlebt sie als Kind, das durch seine Liebe zu einem Mann zur Frau wird und schließlich nach einem schweren Schlag und einem Neuanfang Mutter und Ehefrau. Es spricht Bände von der Ratlosigkeit der Academy ob dieses Films, dass nur die Kameraführung überhaupt für einen Oscar nominiert ist. Kilchers Pocahontas ist ein Knotenpunkt zwischen persönlichem Schicksal und Geschichte, der Film ein beeindruckendes Dokument zur Aufarbeitung der amerikanischen Historie. Und er ist eine Meditation darüber, was hätte sein können.
Wer sich daher zu einem Kinobesuch entschließt, wird ein für dieses Jahr singuläres Filmerlebnis haben. Er muss sich aber auf einen Overkill der meditativen Sequenzen einstellen, mit denen Malick die surreale Situation der Siedler einfängt. Und auch für die Länge seiner Filme gilt, was für sein Gesamtwerk gilt: Lass Dir Zeit!


Autor: Sven Ole "Leisure Lorence" Lorenzen

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Das Flimplakat zu The New World

The New World

Abenteuer USA, 2005

Kinostart: 02.03.2006


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