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07.02.06 04:24

Lord of War - Händler des Todes

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Kritik: Der politische Film ist im Kommen.
Während mit der Michaelmoorisierung des Dokumentarfilms die Unterhaltung ins Genre einzog, stricken in letzter Zeit vermehrt Spielfilme eine fiktionale Geschichte um tatsächliche politische Missstände.
Gleich drei Filme setzen sich dieser Tage mit den Schattenseiten der Globalisierung auseinander und beziehen dabei dezidiert Stellung. Den Anfang machte die John Le Carré-Verfilmung Der ewige Gärtner, die das Wirken der Pharma-Industrie in Afrika beleuchtete. Im Februar steht bei Syriana das Öl-Kartell im Focus der Aufmerksamkeit, bei Lord of War der internationale Waffenhandel.
Das Urproblem solcher von Welthaltigkeit vollgesogenen fiktionalen Werke wird derzeit vorbildhaft in den Feuilletons an Steven Spielbergs Prayer for Peace München durchexerziert, wo sich gewissermaßen zwei Frontlinien der Kritik am Werk abarbeiten und auf der einen Seite den Umgang mit historischen Fakten zum Gegenstand haben, auf der anderen Seite das Funktionieren des Genrewerks Thriller analysieren.
Im direkten Vergleich mit einer Dokumentation (abgesehen von Michael Moores) sehen solche fiktiven Werke in punkto Faktendichte und Authentizität nicht besonders gut aus. Warum werden sie dennoch gedreht?
Drei Faktoren mögen sein: Identifikation, Konzentration und Unterhaltung.
In Der ewige Gärtner zum Beispiel wird mit dem opportunistischen Protagonisten Justin Quayle dem Zuschauer ein Spiegelbild seiner selbst vorgehalten, der Beobachter voll guten Willens und Lethargie, dessen lieb gewonnene Distanz zwischen sich und den Missständen der Welt jäh aufgehoben wird.

Den umgekehrten Weg wählt Lord of War mit einem Blick ins Herz der Finsternis.
Der Zuschauer begleitet den von Nicholas Cage gespielten Yuri Orlov auf einem Lebensweg, dessen Maxime lautet Happiness is a sold gun und füllt die offensichtliche Gefühlsleere des Protagonisten in einem in der Psychologie projektive Identifikation genannten Prozess mit den Gefühlen, die dieser im Angesicht von verstümmelten Kindersoldaten und Völkermorden eigentlich hätte haben sollen.

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Das Flimplakat zu Lord of War - Händler des Todes

Lord of War - Händler des Todes

Actiondrama USA, 2005

Kinostart: 16.02.2006


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