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21.12.05 07:11

Bin-Jip – Leere Häuser

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Kritik: Was dem Cineplex der Action-Blockbuster ist dem Programmkino das Außenseiter-Drama: Diese Filme ziehen die Zielgruppe.
Im Gegensatz zu jenem scheint dieses nicht annähernd so stark in Genre-Konventionen erstarrt und dadurch der Innovation zugänglicher.
Dennoch lässt sich mit folgender Formel ein großer Teil des Genres fassen: Ein durch ein körperliches, geistiges oder soziales Stigma Ausgegrenzter und scheinbar Entmenschlichter hält der Gesellschaft ihre eigene Unmenschlichkeit vor durch humorvolles oder tragisches Scheitern oder Obsiegen. Wie beim Action-Blockbuster gibt es mediokre und schlechte Werke, oft mit Herkunftsort Hollywood, in denen das Formelhafte deutlich zu Tage tritt und deren Hauptmanko die Sympathielenkung mit dem Holzhammer ist. Ein Beispiel für solche "oscar baits" vom Reißbrett ist Sie nannten ihn Radio, mit dem Cuba Gooding Jr. seine Karriere wieder befeuern wollte.
Vom anderen Ende der Welt hingegen kam Mitte diesen Jahres mit dem neusten Werk des neben Park Chan-Wook hierzulande bekanntesten Südkorea-Exports, Kim-Ki Duk, ein Film in die einschlägigen Kinos, dessen große Stärke es ist, sich wohltuend von solchem Mainstream-Programmkino abzuheben und mit den Konventionen des Genres gekonnt zu spielen.

Die im Außenseiter-Drama fast programmatisch vorgeschriebene Einfühlung in den Helden ist hier nur eingeschränkt möglich, weil seine Motivation und Gefühle höchst ungenügend ausbuchstabiert werden: Er spricht im Film kein einziges Wort.
Die zweite Besonderheit ist, dass er sich sein Außenseitertum selber wählt, indem er in leer stehende Häuser einbricht, dort stillstehende Uhren und anderes technisches Gerät repariert und die Wäsche macht (per Hand). Als Gegenleistung für seine Heinzelmännchendienste beansprucht er für sich neben materiellen Gütern wie den Nahrungsmitteln im Kühlschrank eine Illusion von Intimität: Er photographiert sich mit dem Familienfoto der Heimgesuchten. Warum er die zweifach durch das Medium der Photographie gebrochene soziale Nestwärme der wirklichen vorzieht, zeigt ein Blick auf die zurückkehrenden Familien: Einander in der modernen Gesellschaft zutiefst entfremdet, sind ihre Familienfotos zumeist geheucheltes soziales Glück.
Die Überzeugung des Helden scheint zu sein, dass die doppelte Lüge wieder Wahrheit ergibt und die Fotos und die leeren Häuser Geborgenheit für ihn absondern, ob sie unter den eigentlichen Bewohnern nun wirklich herrscht oder nicht. Unfreiwillig wird er mit der Wirklichkeit hinter dem schönen Schein konfrontiert, als er in einem vermeintlich leeren Haus auf die geschlagene und gedemütigte Ehefrau des Besitzers trifft.

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