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08.12.05 23:10

Factotum

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Kritik: Auf den ersten Blick erzählte Charles Bukowski in seinen Short Storys vom Ficken und Saufen, er erzählte aber auch vom amerikanischen Alptraum – von zermürbenden Jobs, der Flucht in den Alkohol und einem Dasein am verdreckten Rand der Gesellschaft. Da ist es irgendwie verständlich, dass Bukowskis Werk in Europa immer populärer war als in den USA selbst.
Factotum des norwegischen Regisseurs Bent Hamer (Kitchen Stories) ist wie fast alle Bukowski-Filme auch wieder eine europäische Adaption. Matt Dillon spielt Henry Chinaski, das spiegelbildhafte Alter Ego des Autors. Nach Ben Gazzara in Ganz normal verrückt und Mickey Rourke in Barfly gibt Dillon wohl die bislang beste Darstellung von Charles Bukowski/Henry Chinaski.

Abgekämpft und unrasiert schlurft Dillon, der auch die charakteristisch rauchige Stimme von Bukowski meisterhaft nachahmt, durch die episodische Handlung von Factotum. Als Schriftsteller, der von sich selbst sagt, dass er noch nicht bereit für einen Roman sei, bewegt sich Chinaski wie ein Stück Treibholz von Job zu Job. Wie er sich selbst dabei sabotiert, um ja nicht die Karriereleiter hinaufzusteigen, wird mit staubtrockenen Pointen aufbereitet, die ihr Potential aus der stoischen Apathie des Hauptdarstellers ziehen.
Factotum ist damit auch die wohl werktreuste Adaption eines Bukowski-Romans. Mit der Off-Erzählung, bestehend aus Zitaten anderer Bukowski-Werke über Schreiben, Lebensziele und Frauen, wird sogar das typische Lese-Feeling auf die Leinwand transportiert, indem ein abgebrühter Außenseiter unbeschönigt seine Erfahrungen preisgibt.

Die Liebesgeschichte, oder das, was Bukowski auf seine außergewöhnliche Art als Liebe verstanden hat, fehlt natürlich auch nicht. Lily Taylor und eine verblühte Marisa Tomei sind als die Frauen in Chinaskis Leben zu sehen. In der idyllischen Säufer-Tristesse dieser Beziehungen liegt eine absurde, aber auch irgendwie schöne Natürlichkeit, wie man sie höchstens noch in den frühen Nachteulen-Liedern von Tom Waits findet.

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Das Flimplakat zu Factotum

Factotum

Drama Norwegen, USA, Deutschland, 2005

Kinostart: 08.12.2005


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