Kinoforen | MovieGodChat | MovieBlog
 Login:  Passwort: Noch keinen Account? Hier Registrieren.
MovieGod.de
MovieGod.de KINO DVD/HD COMMUNITY
SUCHE
MovieGod.de
05.11.05 03:49

Manderlay

Seite 2

Kritik: Manderlay schließt zeitlich wie stilistisch direkt an Dogville an. Wieder ist der Handlungsschauplatz eine einzige riesige Bühne, ausgestattet mit nur wenigen Teilbauten. Die Grundrisse der Häuser sind mit Kreide auf den Bühnenboden gezeichnet, wie auch die Baumwollplantage und umliegenden Wälder.
Und doch gibt es wichtige Unterschiede zu bemerken, einige davon auch zu beanstanden. Das Offensichtlichste ist natürlich die Umbesetzung der Hauptfigur Grace, die in Dogville noch von Nicole Kidman verkörpert wurde. Bryce Dallas Howard tritt ein schweres Erbe an, zeigt zwar ihr unbestreitbar großes Talent und scheitert trotz allem am herausragenden Spiel ihrer Vorgängerin. Doch ist ihr dieser Umstand im Endeffekt kaum anzukreiden, denn auch das übrige Ensemble kommt nicht annähernd so stark zur Geltung wie es noch in Dogville der Fall war.
Manderlay setzt andere Schwerpunkte, ist weniger auf individuelles Leid zur Versinnbildlichung größerer Zusammenhänge aus, kritisiert weniger subtil und vergisst dadurch des öfteren auf seine Charaktere. So bleiben, mit Ausnahme von Grace, nur der besonnene alte Diener Wilhelm und der geheimnisvolle, stolze Sklave Thomas im Gedächtnis. Ersterer wird von Danny Glover (Lethal Weapon, The Royal Tenenbaums) mit einer wahren Glanzleistung bedacht, sein französischer Schauspielkollege Michaël Abiteboul (Night on Earth, Die Purpurnen Flüsse 2) steht ihm in Ausdruckskraft und Leinwandpräsenz kaum nach.
Gleichgeblieben sind hingegen die tiefsinnigen und wundervoll geistreich geschriebenen Dialoge von Lars von Trier, der es wie kaum ein anderer versteht zahlreiche Aphorismen auf leichtfüßige, kunstvolle und doch niemals künstliche Art und Weise einzubinden. Wenn ein Danny Glover als Wilhelm mit seiner prägnanten Baritonstimme Graces naiven Freiheitsbegriff demontiert, dann hat dies philosophischen Anspruch, zeigt dialektische Raffinesse und gedeiht zum magischen Kinoerlebnis der Marke von Trier.
Etwas enttäuschend geriet die Schlusswendung, die – als Mittel zum Zweck eingesetzt – ein wenig überkonstruiert wirkt. Spätestens mit dem unausweichlichen Scheitern von Grace und der damit verbundenen, wenig überraschenden Pointe entpuppt sich Manderlay ganz unmissverständlich als politisch brisantes Gleichnis auf Amerikas Irak-Feldzug und den damit einhergehenden Irrglauben, Demokratie mit Bomben erzwingen zu können.

Seiten
2 

content
movie_info
Das Flimplakat zu Manderlay

Manderlay

Drama Dänemark, Schweden, USA, Frankreich, 2005

Kinostart: 10.11.2005


weitere Infos zum Film
assignments

News


Mehr zum Thema


DVD/HD
FORUM
03.08. 21:25, Cropsy
Neueste DVD / Blu-ray Disc
31.07. 10:52, scholley007
Stranger Things
26.07. 14:31, scholley007
Sløborn
24.07. 18:39, DaRow
Dark
20.07. 21:24, Celdur
Der Geburtstags Thread
KINO