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01.10.05 16:39

Dear Wendy

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Kritik: Das Verhältnis der Menschen zu Handfeuerwaffen ist äußerst zwiespältig. Einerseits fürchtet man sie, vor allem auf Grund der Tatsache, dass im Gegensatz beispielsweise zu Atomwaffen durch die Bewaffnung gegenüber liegender Parteien kein Gleichgewicht entstehen kann.
Gleichzeitig kann sich niemand so richtig ihrer Anziehungskraft entziehen. Aus dem Rausch, dem Machtgefühl, kann nur allzu leicht eine Abhängigkeit werden.

Drehbuchautor Lars von Trier und Regisseur Thomas Vinterberg erzählen die Geschichte des Außenseiters Dick (Jamie Bell), der als Geburtstagsgeschenk für einen anderen Jungen eine Spielzeugpistole kauft. Als sich herausstellt, dass die Waffe echt ist, erliegt der überzeugte Pazifist Dick ihrer magischen Anziehung. Gemeinsam mit einem waffenvernarrten Arbeitskollegen und einigen anderen jungen Ausgestoßenen gründet er einen geheimen Club: Die Dandies.
Während die Mitglieder Schießübungen abhalten und alles über Geschoss-Geschwindigkeiten, Aufprallwinkel und Austrittswunden lernen, halten sie doch stets ihre oberste Regel in Ehren: Niemals die Waffe gegen jemand anders zu ziehen.

Doch die Ankunft eines Neulings ändert alles.


Es wäre naheliegend, Dear Wendy als platte Analogie auf Amerikas Umgang mit Handfeuerwaffen anzusehen. Tatsächlich ist dieser Aspekt, gerade angesichts Lars von Triers bekannter Geringschätzung des Lebenswandels der Amerikaner, nicht sonderlich subtil geraten. Die Dandies, deren Selbstwertgefühl allein auf ihren versteckten Waffen aufbaut, sind ein nur dünn maskiertes Abbild der Millionen Amerikaner, die der festen Überzeugung sind, eine Waffe sei ebenso nötig wie ausreichend, um das Heim zu schützen.

Auch auf George W. Bushs sogenannten Krieg gegen den Terror lässt sich die Geschichte beziehen. Der finale Showdown, der unplausibel aber dennoch glaubwürdig erscheint, da derartige Konflikte nur zu oft aus Überreaktionen beider Seiten entstehen, ist ebenso ein Hinweis darauf wie Sheriff Krugsby, den Bill Pullman mit einigen Anleihen an Bush Junior spielt.

In gleichem Maße erforscht der Film die Gefahr der Gruppendynamik und der Realitätsflucht. Wer die Nase vom Alltag voll hat, der folgt der sich bietenden Alternative auch schon mal bis ins Extrem.

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Das Flimplakat zu Dear Wendy

Dear Wendy

Drama USA, Dänemark, Deutschland, 2005

Kinostart: 06.10.2005

FSK: Ab 18 Jahren

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