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06.08.05 17:51

Sin City

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Kritik: Der Fehler in dieser Rechnung - Fan plus Schöpfer gleich guter Film – ist nicht sofort zu bemerken. Die ursprünglich für Promotion-Zwecke gedrehte Eröffnungszene bildet gleichzeitig den Prolog wie auch einen atmosphärischen Höhepunkt des Films. Schon hier bemerkt man die bewundernswerte Konsequenz, mit der Frank Millers Zeichnungen übersetzt wurden. Die Optik ist brillant, und setzt mit der Beschränkung auf einzelne Farbtupfer, sowie durch sporadische Zeichenelemente, neue Akzente. Die Erzählstimme der Protagonisten im Hintergrund wertet die wortkarge Handlung auf und verleiht dem Film jenes ganz eigene Flair, welches des öfteren mit der Ästhetik der Film Noir-Streifen verglichen wurde. Ein vielversprechender Einstieg in das zu erwartende Schlachtfest.

Leider kann man mehr an positivem kaum noch sagen. Mit der Optik beginnen kurz nach den Credits nämlich gleichzeitig auch die Probleme. Die dominierenden Grautöne schaffen tatsächlich eine gewisse Neo-Noir-Atmosphäre, vergrößern aber auch deutlich die Distanz. So bleibt dem Publikum nur die Rolle des Beobachters, eine Teilnahme am Geschehen, sei es auf emotionale oder bloß atmosphärische Weise, findet nicht statt. Klar, die Action kracht, Blut und Fäuste fliegen ständig durch die Luft. Aber mal ehrlich: Geschockt wird da nur der, der noch nicht viel gesehen hat. Künstlerisch hochwertig? Ja, aber dadurch auch entfremdend unnatürlich. Man schreit schon fast nach ein wenig Bodenständigkeit, um den Plot greifen zu können.

Nur allzu oft wirken die Mimen in ihrer Darstellung wie aufgeklebt, in einer Weise, die über die archetypische Charakterzeichnung hinausgeht. Es drängt sich der Gedanke auf, das brillante Lineup sei in erster Linie gewählt worden, um es dem Zuschauer zu erleichtern, unter diesem Umständen noch eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Ab der Hälfte zieht der Film dann noch mal an, zu diesem Zeitpunkt lässt man die Handlung aber schon an sich vorüberplätschern, freut sich über den ein oder anderen blutigen Effekt oder markanten Spruch, bleibt aber im wesentlichen höchstens vom für Hollywood ungewohnt nihilistischen Tonfall fasziniert.

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Das Flimplakat zu Sin City

Sin City

Comicverfilmung USA, 2005

Kinostart: 11.08.2005


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