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05.08.05 13:24

Charlie und die Schokoladenfabrik

Seite 3

Kritik: Soweit wurden die Szenen aber nicht überzuckert, dass die diversen moralischen Botschaften verschwunden wären: Auf der Tour durch die Fabrik verhält sich ein verdorbenes Kind nach dem anderen ungezogen, wodurch ihnen selbst verschuldete Missgeschicke widerfahren. Die Lehren, die sich daraus ziehen lassen, werden gesangsmäßig von den Oompa Loompas, den kleinwüchsigen Arbeitern, aufbereitet.
Mittels Computertechnik wurden alle Oompa Loompas durch einen einzigen Darsteller (Deep Roy) verkörpert. In Tanznummern singen sie Lieder gegen Ungehorsam, Verblödung durch das Fernsehen und unverantwortliche Eltern.
Vermittelt werden wertvolle Mahnungen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Abgerundet wird die moralische Botschaft dadurch, dass auch Willy Wonka am Schluss etwas zu lernen hat. Charlie steht ihm dabei hilfreich zur Seite. Freddie Highmore beweist nach seiner Rolle in Finding Neverland erneut schauspielerische Begabung, indem er Hauptdarsteller bleibt und nicht hinter Johnny Depp verschwindet.

Die unvergängliche Qualität von Charlie und die Schokoladenfabrik mag in der Moral liegen, den Unterhaltungswert im Hier und Jetzt für Jung und Alt besorgt der spitzbübische Humor. Da haben sogar einige von Roald Dahls Wortspielen (zumindest im Original) den Übergang vom Buch zum Film überstanden. Hinzu gekommen ist köstlich servierter Rückblendenhumor, sehr viel Nonsens und insgesamt gut dosierte Selbstironie. Viele der Witze entbehren nicht einer gewissen Schadenfreude, sind aber so feinsinnig abgestimmt, dass sie bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gut ankommen werden.

Mit Charlie und die Schokoladenfabrik hat Tim Burton wieder einmal ein visuelles Wunder geschaffen, das als stilistisch-farbenfrohe Fortführung von Big Fish bezeichnet werden kann.
Im Geiste von Roald Dahls Buch funktioniert der Film als unvergängliches Märchen für die ganze Familie. An der Hand geführt wird das Publikum dabei von Johnny Depp als unterkühlter Sonderling mit eigenem Charme, aber natürlich auch von Freddie Highmore als Charlie, der auf seine herzensgute Art überzeugen kann.
Wie bei einer Dahl-Geschichte so üblich steigert sich die Handlung von einem deprimierenden Anfang in schelmischen Spaß und große Freude. Es stimmt wirklich: Erst durch das Saure schmeckt das Süße so gut.


Autor: Markus "Marv" Grundtner

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Das Flimplakat zu Charlie und die Schokoladenfabrik

Charlie und die Schokoladenfabrik

Fantasy USA, 2005

Kinostart: 11.08.2005


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