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30.07.05 20:41

L.A. Crash

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Kritik: Aus dem Einmaleins für Drehbuch-Autoren: Was Figuren echte Tiefe gibt, ist der Unterschied zwischen Charakter und Charakterisierung.
Die Charakterisierung besagt, was jemand vordergründig ausmacht. Doch gerät dieser jemand unter Druck, kommt sein wahrer Charakter zum Vorschein. Je größer der Druck, desto tiefer lassen die daraus resultierenden Handlungen blicken. Beispiel: Ein pazifistischer Familienvater, der mit waffenstarrender Brutalität reagiert als seine Angehörigen in Gefahr geraten.

Crash wurde genau um dieses Axiom konstruiert. Er zeigt turbulente 24 Stunden im Leben seiner Hauptfiguren, im Laufe derer sie alle ihr wahres Gesicht offenbaren.
Matt Dillon spielt einen rassistischen Cop, der gemeinsam mit Grünschnabel Ryan Phillippe auf Streife geht. Als Dillon grundlos das Auto des schwarzen TV-Regisseurs Terrence Howard anhält und dessen Frau Thandie Newton einer etwas zu gründlichen Leibesvisitation unterzieht, sieht Phillippe ebenso tatenlos zu wie Howard.
Zwei schwarze Jugendliche (Larenz Tate und Ludacris) überfallen Staatsanwalt Brendan Fraser und seine Frau Sandra Bullock. Diese verliert daraufhin das Vertrauen in ihr hispanisches Hausmädchen und Michael Peña, der gerade das Schloss in ihrer Wohnung auswechselt. Peñas nächster Job führt ihn zum Geschäft von Shaun Toub und dessen Frau Marina Sirtis. Als dort am nächsten Morgen eingebrochen wird und Toub plötzlich vor dem Ruin steht, sieht er nur einen Schuldigen...

Autor und Regisseur Paul Haggis, der zuletzt das Drehbuch zu Million Dollar Baby schrieb, zeigt Los Angeles als Hexenkessel, dessen Feuer vom ständig schwelenden Rassismus geschürt wird. Weiße gegen Schwarze, Hispanos gegen Perser, jeder hat Vorurteile gegenüber jedem, und allzu oft treffen diese auch noch zu.

Vordergründig ist der Film ein recht plattes Rassendrama, dessen dünn verknüpfte Handlungsstränge vermutlich an Short Cuts oder Magnolia erinnern sollen. Um einen derartigen Vergleich überstehen zu können sind die Verbindungen zwischen den Figuren jedoch schlicht und einfach nicht clever genug. Wenn zwischen zwei Handlungsfäden kein Zusammenhang erkennbar ist, überrascht es nicht wenn sich der eine Charakter als Sohn des anderen entpuppt. Dass Haggis diese Notlösung gleich zwei mal wählte, ist etwas ärgerlich.

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Das Flimplakat zu L.A. Crash

L.A. Crash

Episodenfilm USA, Deutschland, 2004

Kinostart: 04.08.2005


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