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20.04.05 19:30

Der Kaufmann von Venedig

Seite 2

Kritik: Zu vielschichtig oder einfach nur unausgewogen – egal welchem dieser beiden Extreme Der Kaufmann von Venedig zugeordnet wird, eine Verfilmung bleibt ein Wagnis.
Mit Al Pacino als Shylock ist jedoch bereits ein Trumpf gegeben, durch den die essentiellste Rolle des Stücks schwerlich enttäuschen kann. Pacino verkörpert glaubwürdig den undurchsichtigen Shylock. In einem Moment gönnt man ihm sein Recht, im nächsten Augenblick erwartet man Einsehen oder Versöhnung von ihm, weil er vielleicht doch aus unlauteren Motiven handelt.

Ambivalenz findet sich auch in den anderen Hauptfiguren: Würdevoll vergrämt spielt Jeremy Irons Antonio. Wie weit dessen Zuneigung zu seinem jugendlichen Freund Bassanio geht, gilt als weiterer Streitpunkt in der Literaturgeschichte. Joseph Fiennes kann an Irons Seite als Lebemann und Romantiker bestehen. Bassanio selbst ist aber verglichen mit seiner Bedeutung für die Handlung ein kaum interessanter Charakter. Die gerissene Portia wird dagegen zu einer starken Frauenfigur. Die Jung-schauspielerin Lynn Collins spielt sie angemessen, wenn man bedenkt, dass sie die zweite Wahl nach Cate Blanchett gewesen ist.

Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Venedig, Abhilfe gegen die Statik abgefilmten Theaters schafft dies jedoch nicht. Die Trostlosigkeit der Stadt erinnert dabei erfreulicherweise kein bisschen an ein sauberes Kostümdrama im Stile eines Kenneth Branagh.
Der ursprüngliche Text wurde von Radford auf 140 Minuten Filmdauer gekürzt. Beigesteuert hat er die erwähnten Sequenzen am Anfang und eine (fast schon zu subtile) Einstellung am Schluss. Haften bleibt der Eindruck von Unentschlossenheit, denn das niederschmetternde Urteil, das im Original über Shylock gefällt wird, passt nicht mehr in Radfords Film. Werkgetreu läuft dieser zudem auf ein Happy End für die anderen Figuren hinaus, was deplatziert und befremdlich wirkt.
Trotz dieser Mankos ist Der Kaufmann von Venedig eine Shakespeare-Adaption, die aufgrund der Leistung des Ensembles sehenswert wird. Das Fehlen von Vergleichsmöglichkeiten kommt dem Film natürlich als Pionierbonus zugute.


Autor: Markus "Marv" Grundtner


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Das Flimplakat zu Der Kaufmann von Venedig

Der Kaufmann von Venedig

Historienfilm USA / Italien, 2004

Kinostart: 21.04.2005


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