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04.04.05 10:30

Hotel Ruanda

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Kritik: Im April 1994 eskaliert in Ruanda der Konflikt zwischen den regierenden Hutu-Milizen und den Rebellen der ethnischen Minderheit der Tutsi. Während die Vereinten Nationen und die gesamte westliche Welt tatenlos zusehen, wie aus dem mutwilligen Völkermord der Milizen eine der größten humanitären Katastrophen der Menschheitsgeschichte hervorgeht, sterben in nur hundert Tagen eine Million Menschen.

Hotel Ruanda erzählt die wahre Geschichte von Paul Rusesabagina (Don Cheadle), dem Manager eines noblen Hotels in Kigali. Dieser hatte sich bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs mit den alltäglichen Rassenkonflikten abgefunden und freute sich über sein verhältnismäßig glückliches und privilegiertes Leben.
Als jedoch der ruandische Präsident nach Abschluss eines Friedensvertrags mit den Tutsi-Rebellen ermordet wird, eskaliert die ohnehin angespannte Lage im Land und die Hutu-Milizen beginnen mit der systematischen Auslöschung der ihr verhassten Minorität. Um seine Frau Tatiana (Sophie Akonedo), eine Tutsi, und die gemeinsamen Kinder zu beschützen, verfrachtet Paul seine Familie und einige seiner gefährdeten Nachbarn in das von Blauhelmen geschützte Hotel. Der kommandierende Colonel Oliver (Nick Nolte) versichert dem zunehmend verzweifelten Rusesabagina, dass bereits internationale Hilfe unterwegs sei. Als sich jedoch herausstellt, dass die UN-Truppen nur den Auftrag haben, die Touristen sicher aus dem krisengeschüttelten Land zu evakuieren, sieht sich Paul mit mittlerweile über tausend Flüchtlingen hilflos den Gewalttaten der Hutu ausgeliefert. Mit seinen guten Kontakten im In- und Ausland, seinem Ideenreichtum und seiner Zivilcourage, wird er zur einzigen Überlebenschance für 1.268 Menschen...


Wer meint es handle sich hierbei um eine actionreiche Heldengeschichte, die das grausame Thema „Bestie Mensch“ als Vorwand benutzt, um dem Publikum seichte Unterhaltung und aufgesetzte Moralität zu servieren, der sieht sich dankenswerterweise im Irrtum.
Regisseur und Drehbuchautor Terry George (Im Namen des Vaters, Das Tribunal) setzt weder auf vordergründige Gewaltdarstellung noch auf große Gesten, sondern porträtiert ungeheuer feinfühlig und einfühlsam die Großtat Pauls, der sich in Zeiten ungezügelten Hasses seine Menschlichkeit bewahrte und Unvorstellbares vollbrachte. Durch diese Subtilität erhebt Hotel Ruanda auch niemals beschuldigend den Zeigefinger und hinterlässt somit ein tiefes Gefühl der Scham und Betroffenheit ob der Untätigkeit der restlichen Welt. Auch der zwiespältigen Rolle der Medienberichterstattung nimmt sich der Regisseur an, indem er Joaquin Phoenix als Kameramann Jack Denglish auf selbstreflektierende Art und Weise an seinem Beruf zweifeln lässt. Derselben Person bleibt es überlassen den UN-Truppenabzug und das damit einhergehende Todesurteil für hunderttausende Menschen zu kommentieren: Ein intelligenter Kunstgriff, der die westliche Position in all ihrer Unverständlichkeit und Verantwortungslosigkeit nur noch mehr ins Zentrum der Kritik rückt.

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Das Flimplakat zu Hotel Ruanda

Hotel Ruanda

Drama UK / Italien / Südafrika, 2004

Kinostart: 07.04.2005


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