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02.01.05 19:22

Ray

Seite 3

Kritik: Gesondert möchte ich Kerry Washington (Der Menschliche Makel, Die Promoterin) und Regina King (Der Kindergarten Daddy, Natürlich Blond 2) hervorheben, welche die wichtigsten Frauen in Ray Charles´ Leben - Ehefrau Della Bea und Langzeitgeliebte Margie - darstellen. Mit differenziertem Spiel vermitteln beide glaubhaft die Faszination, die der Persönlichkeit des Mannes hinter dem Musikgenie innewohnte.

Der Regiestil Hackfords ist angenehm zurückhaltend und lässt Jamie Foxx genügend Spielraum, um die Titelfigur ins rechte Licht zu rücken. Darüber hinaus löst der Regisseur des zweifach oscarprämierten Ein Offizier und Gentleman die bei einer Biopic-Produktion immer vorhandenen strukturellen Probleme ausnehmend geschickt. Die kurze Exposition wirft einen Blick auf die durch Armut und Tragödien bestimmte Kindheit von Ray Charles, spart sich jedoch die prägendsten Ereignisse für Rückblenden auf, die zeitlich gut gewählt und auch nicht in überbordendem Ausmaß im weiteren Verlauf die chronologische Erzählweise auflockern.
Die Kameraarbeit von Pawel Edelman (Der Pianist) entpuppt sich als feinfühlig und passend, das Drehbuch von James L. White lässt keine auffallenden Schwächen erkennen.

Musikalisch ist Ray ein wahrer Ohrenschmaus. Dankenswerterweise wurde ausschließlich von Ray Charles selbst bearbeitetes Originalmaterial verwendet. Das ungeheuer vielseitige musikalische Lebenswerk, welches zahlreiche Einflüsse aus Soul, Gospel, Jazz, Blues und Country in sich vereint, erhält dadurch seine gebührende Entsprechung auf der Leinwand. Auch Zuseher, deren Musikgeschmack in eine gänzliche andere Richtung geht, werden kaum um ein beschwingtes Fingerschnippen herumkommen.

Fazit: Ray ist ein großartiges, bewegendes Biopic-Epos, dem das Kunststück gelingt, eine der einflussreichsten Musikgrößen Amerikas in all seinen Fehlern und Schwächen zu porträtieren und dennoch zu würdigen. Jamie Foxx empfiehlt sich mit der besten Leistung seiner Karriere für einen Oscar und niemand der Ray gesehen hat, würde ihm diese Auszeichnung nicht wünschen. Viel besser kann ein Kinojahr nicht beginnen.


Autor: Michael "Eminence" Reisner

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Das Flimplakat zu Ray

Ray

Biographie USA, 2004

Kinostart: 06.01.2005


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