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02.01.05 19:22

Ray

Seite 2

Kritik: Auf die Endversion, diese Behauptung wage ich aufzustellen, wäre er zurecht stolz gewesen.

Verfilmt man das Leben einer bekannten Persönlichkeit, ist es wichtig, keine glattpolierte Huldigung auf die Leinwand zu bringen. Die Musiklegende selbst bestand auf einer ungeschönten Darstellungsweise seiner Person. “Ihr könnt alles erzählen was ihr wollt und ihr könnt mich so darstellen wie ihr wollt, aber das Eine, das ich euch sicher nicht werde durchgehen lassen ist, NICHT die Wahrheit zu erzählen, denn das wäre unlauter.”

Neben vielen anderen Dingen die im Laufe dieser Kritik noch ihre positive Erwähnung finden werden, ist es die Beherzigung eben jener Forderung des Künstlers selbst, die Ray zu etwas Außergewöhnlichem macht. Charles´ Lebensgeschichte mit all ihren Höhen und Tiefen zu beobachten ist ein bewegendes, spannendes und ungemein eindringliches Erlebnis. Die schwarzen Flecken in seiner Biographie, etwa seine Drogensucht die er über Jahrzehnte verleugnete oder auch seine latente Untreue, werden nicht ausgespart oder beschönigt. Im Gegenzug ist die unbedingte Hingabe und Leidenschaft, die Charles seiner Musik entgegenbrachte, so spürbar und nachhaltig auf der Leinwand zu sehen und zu hören, dass unweigerlich eine respektvolle Bindung zur komplexen, durchaus widersprüchlichen Hauptfigur entsteht.

Wesentlichen Anteil daran hat unbestritten die überragende darstellerische Leistung von Jamie Foxx (Ali, Collateral), die weit über das bloße Imitieren der Mimik und Gestik von Ray Charles´ hinausgeht. Der selbst sehr musikalische Foxx setzte voll auf Method Acting, lehnte sich optisch immer mehr an seinen Filmcharakter an, lief wochenlang nur noch mit einem Tuch vor den Augen durch die Gegend und lernte sogar die Braille-Blindenschrift. Das Ergebnis aller Mühen ist eine selten gesehene Authentizität und Wahrhaftigkeit in Foxx´ Darbietung, welche die facettenreiche Seelenlandschaft eines bewundernswerten Mannes freilegt und den Zuseher tief zu berühren vermag.

Auch die weiteren Rollen sind glänzend besetzt und überzeugen ohne Ausnahme vollends.

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Das Flimplakat zu Ray

Ray

Biographie USA, 2004

Kinostart: 06.01.2005


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