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14.12.04 17:11

Das Phantom der Oper

Seite 3

Kritik: Christine und das Opernpublikum sind trotzdem entsetzt als hätten sie das hässlichste Wesen gesehen, das auf Erden wandelt.
Die Welt in und um ein Musical scheint wohl von Haus aus einfach oberflächlicher zu sein.
Minnie Driver gelingt mit ihrer Darstellung einer Operndiva ebenfalls nicht mehr als eine Karikatur, die sicher der gängigen Vorstellung einer eitlen Schnepfe entspricht, aber in keiner Weise subtil ist. Trotzdem hat ihre Figur größere Wirkung als jede andere des Films: Während sie mit italienischem Akzent vor sich hinzetert, wünscht man ihr aus tiefstem Herzen, dass bald der imposante Kronleuchter auf sie fallen möge.

Wenn ich schon bei Oberflächlichkeiten bin, kann ich gleich die Stärke des Filmes herausstellen, die auch in der Oberfläche liegt: das Opernhaus, die Katakomben darunter und die Kostüme sind wohl das einzige, was an die Feingeschliffenheit der Lieder heranreicht. Der kalkulierte Einsatz der eingängigen Melodien hat das Musical ja offensichtlich auch so erfolgreich gemacht.
Nur geben die Stücke, die im Original wie in der Synchronisation durchwegs stimmgewaltig dargeboten werden, kaum Chancen für Choreographie. Wenn schon mal getanzt wird, dann hat sich die vielversprechende Visualisierung vom Anfang des Filmes längst verflüchtigt.
Die Kameraeinstellungen könnten unausgewogener nicht sein: Die träge Bebilderung eines Maskenballes wechselt sich ab mit einem Säbelkampf zwischen dem Phantom und Raoul, der so konfus in Szene gesetzt wird, dass abgesehen von klirrendem Stahl nichts zu erkennen ist.
Auf solche filmische Minderleistungen hin bleibt jenen, die nicht meine oder andere Bedenken gegenüber dem Musical hegen, doch zu empfehlen, sich eine Aufführung anzusehen.

An den Stimmen im Film soll es für Musical-Fans nicht scheitern: Für die deutsche Version wurden Uwe Kröger als Phantom und andere Schauspieler mit Musical-Erfahrung eingespannt. Nur wird allzu bald klar, dass sich Bühnenschauspieler in den gesprochenen Passagen neben einem Profi-Synchronsprecher wie Joachim Kerzel (Stimme von Jack Nicholson und Dustin Hoffmann) richtiggehend merkwürdig und deplaziert anhören.

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Das Flimplakat zu Das Phantom der Oper

Das Phantom der Oper

Musical USA, Großbritannien, 2004

Kinostart: 16.12.2004


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