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23.11.04 02:13

Der Polarexpress

Seite 1

Kritik: Ein kleiner, namenloser Junge, irgendwo in Amerika, glaubt nicht mehr an den Weihnachtsmann.
In der Nacht vor der Bescherung hält auf einmal ein Zug vor seinem Fenster. Der Schaffner erzählt ihm, es ginge zum Nordpol.
Also steigt der Junge ein und erlebt eine ganz besondere Weihnacht.


Das von Christentum und Werbeindustrie zum Fest der Liebe erkorene Weihnachten ist von Natur aus eine zwiespältige Angelegenheit.
Natürlich freut man sich jedes Jahr darauf, seine lieben Verwandten wiederzusehen, die man in den letzten zwölf Monaten doch die ganze Zeit mal unbedingt anrufen wollte (Es kam nur leider immer wieder was dazwischen). Andererseits ermutigt der Gedanke an einen dicken, von Coca Cola gesponsorten Mann, der heimlich kleine Kinder beobachtet, vor allem dazu, ein zusätzliches Schloss an der Haustür anzubringen und im Kamin ein ordentliches Feuer zu machen.

Ebenso zweigleisig fährt Der Polarexpress.
Zum einen ist es ein großer, bunter - und angesichts der Buchvorlage erstaunlich lauter - Horrorthriller. Vor allem Eltern, die ihren Kindern seit jeher einbläuen, niemals bei Fremden ins Auto zu steigen, sollten ihre Kleinen vor diesem Film sorgfältiger bewahren als vor jedem bluttriefenden Splatterporno. Von den naheliegenden Vergleichen mit dem dritten Reich einmal abgesehen (Der Abtransport der Systemkritischen in Wagons, die Überwachung und das Anprangern der "Schuldigen" sowie der frenetisch umjubelte Auftritt des Weihnachtsmanns selbst), geht es hier immerhin um einen Zug, der mitten in der Nacht durch die Stadt fährt und die kleinen Kinder mitnimmt. Und wenn jemand fragt, wohin es geht? "Natürlich zum Nordpol!"
Jaha, vielen Dank.

Zum zweiten ist es eine Geschichte, die aus jeder Pore den wahren Geist des Weihnachtsfestes versprüht - den Kommerz.
Bei einem Budget, das samt Werbung dem halben Bruttosozialprodukt von Andorra entspricht, muss natürlich jede noch so groteske Möglichkeit genutzt werden, Geld in die Kasse zu bekommen. Dies führt dann zu einem actiongeladenen Videospiel oder einem 'Roman zum Film zum Kinderbuch' - soweit keine Überraschung.

Viel eklatanter ist, wie tief die Fixierung auf den monetären Teil der Feier von Christi Geburt in die Geschichte selbst eingewoben wurde. Dass die Kinder allesamt nach Geschenken gieren und ihr Herzensglück mit Anzahl und Größe eben dieser steht und fällt, ist eine völlig realistische Betrachtung. Warum der Film nicht den Versuch unternimmt, hier gegenzusteuern, darf dennoch hinterfragt werden.

Ein Weihnachtsmann aber, der Kinder aus armen Familien erst beschenkt, nachdem sie wohlhabende Freunde gewonnen haben, schlägt dem Fass den Boden aus. Die Moralvorstellung, die der Film transportiert, ist vergleichbar mit Filmen wie Sweet Home Alabama. Auch jener Film, in dem Reese Witherspoon erst zu ihrer Jugendliebe Josh Lucas zurückkehrt als dieser zu Geld kommt, befindet nur diejenigen Charaktere eines Happy Ends würdig, die das nötige Kleingeld besaßen, um es sich zu kaufen.

Auf der technischen Seite will Der Polarexpress vor allem eines zeigen: Wie weit sich die CGI-Technologie seit dem letztmonatlichen Quantensprung weiterentwickelt hat. Doch letzten Endes kommt er auch in dieser Hinsicht nicht über das Niveau von Final Fantasy: The Spirits Within hinaus: Die Figuren sind aufwändig in Szene gesetzt aber natürlich alles andere als lebensecht. Und dem unfassbaren Budget zum Trotz bewegen sie sich zeitweise noch immer unnatürlich.
Die an den sinnlosesten Stellen eingestreuten Actionsequenzen sind wunderbar inszeniert, jedoch nur leidlich spannend. Egal wie dramatisch die Musik auch aufspielt, man mag gar nicht so recht erwarten dass der Zug voller Kinder im zugefrorenen See untergehen wird.

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Das Flimplakat zu Der Polarexpress

Der Polarexpress

Animation USA, 2004

Kinostart: 25.11.2004


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