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03.09.04 17:40

Muxmäuschenstill

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Kritik: Herr Mux (Jan Henrik Stahlberg) hat nur ein Ziel: Für mehr Solidarität und Verantwortung in der Gesellschaft sorgen!
Herr Mux? Nein, das ist kein Bundespräsident und auch nicht der Vorsitzende einer neuen Linkspartei. Herr Mux ist ein Einzelgänger, der sich mit Knarre, CS-Gas und übersteigertem Selbstvertrauen an die Aufgabe macht, Abweichler und Verbrecher wieder auf den Pfad der Tugend zu führen. Dabei passt Herr Mux schon allein von seiner Statur her nicht so recht ins Klischee der Abschaum-Arschtreter a la Vin Diesel. In der Zielgruppe seiner Weltverbesserungsmaßnahmen finden sich getreu dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" überproportional viele Schwarzfahrer, Sprayer oder Gelegenheitsdiebe. Weil nun Mux ein Mann der Tat ist, schafft er zur Bewältigung seiner selbst auferlegten Mammutaufgabe neue Arbeitsplätze.
Sein erster Mitarbeiter - der wortkarge Ex-Langzeitarbeitslose Gerd (Fritz Roth) - soll Muxens Streif(e)züge durch das verwahrloste Berlin begleiten und die Überführung von Übelvolk auf Video dokumentieren. Schließlich sollen sich andere ein (abschreckendes) Beispiel nehmen.
Das Kinopublikum darf nun genau wie Gerd Aufräumaktionen und Moralpredigten von Herrn Mux in verwackelter Handkameraperspektive über sich ergehen lassen.

Durch die Optik wirkt die Weltverbesserer-Komödie trotz aller Absurditäten streckenweise mehr wie eine beklemmende Dokumentation, wesentlich authentischer als Polizei-Doku-Serien Marke Cops.
Dies hat auch zur harten Alterseinstufung beigetragen - die FSK hat befunden: Lachen ist für Muxmäuschenstill-Zuschauer unter 16 Jahren nicht gesund. Bekanntlich mischen sich die Kapitalgeber der Filmbranche gerne in die finanzierten Inhalte ein und beschneiden mit gierigem Blick auf den Absatzmarkt Zelluloid und Autonomie der Kunst. Bei Muxmäuschenstill gab’s kein Großkapital und damit auch kein Mitspracherecht der Erbsenzähler. Weder Optik, noch Figuren, noch Dramaturgie halten sich an gängige Regeln des Kinofilms. In gewisser Hinsicht wird mit den Zuschauern experimentiert, ein klares Deutungsangebot wird nicht gemacht (ergo FSK 16).

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