Kritik: Kritik:
Schwer zu sagen, was genau OldBoy zu einem guten Film macht. Glaubt man den Fans des inhaltlich unabhängigen Vorgängers Sympathy for Mr. Vengeance, liegt es daran, dass Regisseur Park Chan-wook hier in jedem Bereich einen Schritt weiter gegangen ist. Aber es muss mehr als nur die kompromisslose Inszenierung sein, denn selbst ohne diesbezügliche Vorkenntnisse bleibt ziemlich offensichtlich, mit welch klaren Vorstellungen hier gearbeitet wurde.
Es scheint, als würde jeder aus diesem Film mindestens eine Szene mitnehmen können, die im Gedächtnis bleibt. Das klingt wenig, macht aber den Charakter des Filmes aus. OldBoy gehört zu der Sorte Actionthriller, die weniger mit einer konstanten Steigerung der Gewalt für kontinuierliche Schockeffekte sorgen, sondern im Rahmen einer durchaus interessanten Story in wohldosierten Abständen zum Extremen tendieren, also mehr die Tonart als die Intensität ändern. So wird mit einer Reihe von Szenen, die dem ein oder anderen durchaus nah an die Grenze des erwünschten gehen werden, Akzente gesetzt, ohne das dafür literweise Blut spritzen muss. Ob man sich ekelt, wenn Dae-su einen lebendigen Tintenfisch ansehnlicher Größe hinunterwürgt (Tierfreunde aufgepasst: No CGI, this is the real thing), oder angesichts des herausbrechens eines Zahnes in Großaufnahme den Mundwinkel verzieht, dürfte irrelevant sein. Die Wirkung ist die selbe.
Dass bei all der Action noch Zeit für eine nennenswerte Geschichte bleibt, ist der Prämisse zu verdanken. Nur wer der Grundidee des Filmes etwas abgewinnen kann und im Idealfall auch noch ein wenig mit der in Filmen propagierten koreanischen Mentalität vertraut ist, wird auf seine Kosten kommen. Das dann dafür aber richtig.
Allein die Ausstrahlung von Hauptdarsteller Hwang Jo-yoon genügt, die mühsam gezügelte Wut in seinem Inneren zu zeigen. Seine Bekenntnis, ein Monster geworden zu sein, gerät da fast zur Geste. Mit finstrem Blick, trockenem Humor und einer unglaublichen Verbissenheit schlägt er sich von Szene zu Szene, folgt den manchmal recht wirren Hinweisen schneller als manch einer im Publikum und mischt dabei fast nebenbei mal 15 Schlägertypen im Alleingang auf, bewaffnet bloss mit einem Hammer.