Kritik: Dies führte zu einer gewissen Überdosis an Gummifresse-Klamauk, der teilweise gar nicht mehr zum Rest des Films passt.
Regisseur Tom Shadyak war zuvor für die beiden Carrey-Streifen Ace Ventura und Liar Liar (Der Dummschwätzer) verantwortlich. Ein erneuter Qualitätssprung dieser Grössenordnung war natürlich utopisch, denn dafür hätte Gott persönlich auf die Erde herabsteigen und all seine Kreativität für das Drehbuch aufbringen müssen. Shadyak kann sich auch hier wieder nicht immer bremsen wenn es darum geht, Carrey in alte Klamauk-Mechanismen zurückfallen zu lassen, kriegt aber meistens noch die Kurve.
Schwerer setzt dem Film das schmalzige Ende zu, zu dem sich noch eine pathetische Predigt gesellt ("Ein Wunder ist ein Jugendlicher, der Nein zu Drogen und Ja zur Schule sagt...").
Davon abgesehen rückt die aktuelle amerikanische Politik die Moral von der Geschicht (immer schön arbeiten, nicht zu gross hinaus wollen, keine Fragen stellen) in ein noch dubioseres Licht. Es scheint, als habe uns die Welle der post-9/11-Filme endlich erreicht...
Trotz all seiner Schwächen macht der Film aber auch wirklich Spass. Carrey zeigt mal wieder, dass er am besten ist, wenn er eben nicht daherkommt wie Ace Ventura. Als Normalo mit einer ordentlichen Portion Zynismus ist er so sympathisch wie kein zweiter, und seine Interviews sind so zum schiessen komisch, dass sich der eine oder andere Zuschauer auf dem Boden wiederfinden dürfte. Die Szenen, in denen er zu seiner altbekannten Grimassen-Comedy zurückkehrt, muss man dafür einfach in Kauf nehmen.
Dazu kommt eine wirklich einzigartige Chemie zwischen Carreys Bruce und Gott, umwerfend zurückhaltend gespielt von Morgan Freeman. Dieser verleiht dem Film eine Klasse, die für einen Klamauk-Film mit dieser Thematik eigentlich hätte unerreichbar sein sollen. Die Szenen, in denen die beiden zusammen spielen, überstehen sogar das Pathos, der teilweise, entschuldigt bitte das Wortspiel, übermächtig zu werden droht.