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02.08.16 09:28

Ghostbusters

Kritik:

größere AnsichtGhostbusters 2016

Ghostbusters 3 ist eine der unendlichen Geschichten Hollywoods. Jahrelang tourte Dan Aykroyd von Interview zu Interview, um immer wieder zu versichern, Ja, Ghostbusters 3 ist immer noch in Planung. Doch erst die Idee, die Titelhelden durch Frauen zu ersetzen, bewegte die damalige Sony-Pictures-Chefin Amy Pascal dazu, grünes Licht zu geben. Um dem Grrrl-Power-Konzept Rechnung zu tragen, heuerte man Paul Feig als Regisseur an, einen Mann, der einmal schrieb, Männer seien in Wahrheit gar nicht lustig und Frauen das eigentlich witzige Geschlecht.
Der Trailer, der sich darauf beschränkte, den ersten Teil von Feigs Behauptung zu demonstrieren, fand wenig Anklang, doch Sonys Marketingabteilung war vorbereitet: sie erklärte kurzerhand alle Kritiker zu Sexisten. Dies gab den Startschuss für eine PR-Kampagne, die die Menschheit in zwei Gruppen aufteilte - diejenigen, die den Trailer lustig fanden und Frauenhasser. Das Ganze gipfelte in einem Auftritt bei Jimmy Kimmel, wo Melissa McCarthy die Ungläubigen zu ungeküssten Männern Mitte 40 erklärte, die bei Mama im Keller wohnen.
Seit der Ankündigung des Projekts deutete also wenig auf ein Bestreben des Studios, einen guten Film zu produzieren. Vielmehr schien es darum zu gehen, der amerikanischen Sozialpolitik Tribut zu zollen, die Männer und Frauen mit ähnlichem Gusto auseinandertreibt wie Schwarze und Weiße.
Ist der Film also so männerfeindlich wie erwartet..?

größere AnsichtGhostbusters 2016

Jein.
Ja, sämtliche Männer im Film sind entweder dumm, böse oder beides, während alle Frauen nur das Beste wollen. Ja, Der Eine Gute Mann® ist zu blöd, um zu verstehen, was Ohren sind. Und ja, der finale Riesengeist wird zu Fall gebracht, in dem die Damen ihm die Protonen in die Kronjuwelen bretzeln.
So bedauernswert das alles ist, es ist nur die halbe Wahrheit, denn auch die Frauen kommen nicht gut weg. Mit Ausnahme von Leslie Jones’ Patty sind die Heldinnen allesamt lebensunfähig und wachsen, anders als die echten original Ghostbusters nie zu einem echten Team zusammen. Die drei Wissenschaftlerinnen sind vom Anfang bis zum Ende so fachidiotisch, dass weder klar wird, wie sie so lange überlebt haben, noch, warum ausgerechnet sie sich zusammengefunden haben, um die Welt zu retten.
Die positive Überraschung des Films ist Leslie Jones. Die Bahnangestellte Patty, die in den Trailern wie der Tiefpunkt aussah und hämische Kommentare über den scheinbaren Rassismus der ach so politisch korrekten Produktion heraufbeschwor, entpuppt sich als die einzige lebensecht wirkende Figur des gesamten Films. Kristen Wiig und Melissa McCarthy spielen wie immer, was die theoretische Möglichkeit offen lässt, dass sie wenigstens in der Originalversion Lacher verbuchen können. Den Tiefpunkt bildet Kate McKinnon, deren Pointen so dermaßen baden gehen, als seien ganze Szenen herausgeschnitten worden. Die alleinige Schuld des Drehbuchs kann es allerdings nicht sein, denn McKinnon schafft es buchstäblich nichtmal, sich die Brille auszuziehen, ohne zu chargieren.
All das wäre vielleicht nicht fatal, wenn Ghostbusters 2016 wenigstens ein Film für Frauen wäre. Zielgruppenfokussierte Produkte sind an sich nichts schlechtes, allerdings werden sich die wenigsten Zuschauerinnen von einer Geschichte gebauchpinselt fühlen, die ihren infantilen Heldinnen nur über die dümmsten erdenklichen Penisträger die Oberhand zugesteht. Eine Geschichte, die diesen Heldinnen keinerlei Charakterentwicklung gönnt - von der Fähigkeit, auch nur einen einzigen Geist einzusperren, gar nicht zu reden.

größere AnsichtGhostbusters 2016

Vor allem ist es eine Geschichte, die ihre eigene Vorlage mit Füßen tritt.
Die Ur-Geisterjäger, die vertraglich zu Kurzauftritten angehalten waren, tauchen in völlig anderen Rollen auf, die keinen anderen Sinn erkennen lassen, als Distanz zum Original zu schaffen. Der Antagonist ist genau die Art von nerdigem Loser, als die McCarthy die Fans des Originals verschrie, die es wagten, die furchtbaren Trailer unlustig zu finden. Die Krönung ist der ikonische Riesengeist, bei dem es sich diesmal nicht um den Marshmallowmann handelt, sondern um das lebendig gewordene Logo des Original-Films. Wenn die Heldinnen der neuen Generation das Markenzeichen der alten zu Fall bringen, ist es schwer, die Symbolik zu übersehen.
So fühlt sich das Remake letztendlich weniger wie ein Angriff auf „Die Männer“ an als einer auf die Fans des Originals.

So sehr man das Genie der Marketingabteilung anerkennen muss, die ein 280 Millionen Dollar schweres Kommerzprodukt erfolgreich zu einem rebellischen Befreiungsschlag der Frauenbewegung hochstilisierte, so wenig Gutes lässt sich über den Film selbst sagen. Ghostbusters 2016 ist ein spannungsfreier Sud aus minderbemittelter Identitätspolitik und lustlosen Furzwitzen, eine Geschichte über verwirrte, vom Leben permanent überforderte Figuren in einer trostlosen, dummen Welt.


Autor: Felix "Flex" Dencker



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Das Flimplakat zu Ghostbusters

Ghostbusters

Sci Fi-Komödie USA, 2016

Kinostart: 04.08.2016

FSK: Ab 12 Jahren

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