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11.03.15 15:58

Cinderella

Kritik:

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„Sei mutig und freundlich“, mahnt die Mutter die kleine Ella auf dem Sterbebett. Denn „wo Freundlichkeit herrscht, gibt es Güte. Und wo es Güte gibt, da ist auch Magie.“
So lässt Töchterchen die kleinen und großen Widrigkeiten des Lebens geduldig über sich ergehen, in der Gewissheit, dass Mama schon Recht behalten wird. Doch das Schicksal scheint es alles andere als gut mit ihr zu meinen…
Bis sie eines Tages einem Mann mit Colgatelächeln begegnet.

Nachdem Maleficent eine böse Hexe zur missverstandenen Lichtgestalt der Schwesternschaft erklärte, ist es eine angenehme Überraschung, dass Disneys neueste Märchenverfilmung vergleichsweise nah an der Vorlage bleibt. Wobei die Vorlage nicht das Märchen der Gebrüder Grimm ist, sondern Disneys eigene Zeichentrick-Adaption. Die ursprünglich nur wenige Seiten lange Geschichte wird also mit der einen oder anderen folgenlosen Intrige angereichert, und auch Cinderella und Prinz Charmebolzen verbindet nun etwas mehr als ein verlorener Stripperschuh.

Die einzige Überraschung, die auf die Zuschauer wartet, ist somit die Ernsthaftigkeit der Erzählung.
Wer eine moderne Nacherzählung mit auflockerndem Augenzwinkern erwartet, wird schnell eines besseren belehrt. Regisseur Kenneth Branagh inszeniert seine prunkvoll ausgestattete Mär als salbungsvolles Melodram und zieht jede schmalzige Szene so weit wie möglich in die Länge. Unterstützung erhält er von Komponist Patrick Doyle, der passend dazu alles mit Geigen zuschmiert. Gelegentlich bringt ein Trio von computergenerierten Mäusen kurzen Comic Relief, doch diese Momente passen nie so recht zum schwülstigen Drumherum. Angesichts der recht abstrusen Handlung ist für unfreiwillige Komik also gesorgt.

Das alles wirft die Frage auf, wer die Zielgruppe des Ganzen ist. Erwachsene dürften sich ins Koma langweilen, da die Geschichte nun wirklich hinreichend bekannt ist. Jungs fallen ohnehin aus, und das lässt nur noch Mädchen übrig, die jung genug sind, um die Moral von der Geschicht zu schlucken. Eltern interessierter Töchter sei allerdings gesagt, dass diese Moral von der Geschicht lautet „Lass Dir jede noch so schreiende Ungerechtigkeit gefallen, dann wird schon alles gut.“

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Bleiben noch Fans von Cate Blanchett. Die Rolle der bösen Schwiegermutter ist die einzige, die mehr als eine erkennbare Facette besitzt, und Blanchett nutzt den engen Raum zur Gänze aus. Viel zu tun bekommt sie zugegebenermaßen nicht, doch ihre kurzen, vielsagenden Blicke bescheren dem Film seine unterhaltsamsten Momente.
Am anderen Ende der Skala sitzt Prinz Richard Madden. Es ist leicht zu erkennen, dass sich hinter dem Makeup und der manirierten Ausdrucksweise echtes Charisma verbirgt. Leider wirkt der einstige König des Nordens mit seinen gruselig gebleichten Zähnen, der samtweichen Beleuchtung und Dialogen im Glückwunschkartenformat wie ein Sexbot, dessen Empathieprogramm in der Betaversion hängengeblieben ist.
Titeldarstellerin Lily James arbeitet sich pflichtbewusst durch die Geschichte, ohne positiv oder negativ aufzufallen. Die Liste der weiteren Darsteller liest sich mit u.a. Stellan Skarsgård und Helena Bonham Carter gut, diese bekommen aber kaum Gelegenheit, ihr Talent unter Beweis zu stellen.

Eine Geschichte ohne jeden Sarkasmus zu erzählen, die nach heutigen Maßstäben derart verkitscht wirkt, hoffnungslos weltfremd und nicht zuletzt komplett vorhersehbar, erforderte sicher einigen Mut.
Doch mutig und freundlich sein, reicht eben nicht immer.


Autor: Felix "Flex" Dencker



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Das Flimplakat zu Cinderella

Cinderella

Märchen USA, 2015

Kinostart: 12.03.2015


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