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06.04.11 10:15

Troll Hunter

Seite 1

Kritik:

größere AnsichtTroll Hunter

André Øvredal liebt seine Heimat und ihre Legenden. Vermutlich zumindest, denn sie waren Grund genug, 10 Jahre nach seinem ersten (und letzten) abendfüllenden Spielfilm wieder als Regisseur und Drehbuchautor aktiv zu werden. 
Was die Vermarktbarkeit betrifft, macht er dabei auch gleich etwas richtig, denn Troll Hunter lässt sich mit wenigen Worten ebenso griffig wie treffend beschreiben: Blair Witch Projekt mit Trollen. 

Das war es dann auch schon. Wir haben eine junge Filmcrew, die in die Pampa reist, um einer fixen Idee hinterher zu jagen (in diesem Fall einem Interview mit einem Wilderer), einen wahren Höllentrip durchlebt und letztlich spurlos verschwindet. Bis es so weit ist, darf viel mit der Kamera gewackelt und herum geschrien werden. Und bis es überhaupt SO WEIT ist, wird sinnlos herum gefilmt, um die Figuren beiläufig einzuführen.
Dieses erste Drittel des Films ist es, das Troll Hunter beinahe zu Fall bringt. Die Einführung von Figuren, Thema und Setting ist so hirnerweichend öde, dass selbst die himmelschreiende Ignoranz der Protagonisten dagegen verblasst. Nach einem gefühlten Dutzend Filmen ähnlicher Machart hätte ein kompromissloserer Einstieg, der mehr auf Realismus setzt, durchaus punkten können. Zu allem Überfluss bleibt die Crew über die gesamte Laufzeit blass und konturlos, was es schwer macht, nicht von Zeitverschwendung zu sprechen.

größere AnsichtTroll Hunter

Apropos Realismus: Wann die Kamera läuft, was aufgenommen wird und wo es zu freiwilligen oder unfreiwilligen Unterbrechungen kommt, ist zweifellos essenziell für die Glaubwürdigkeit eines Films, der einen dokumentarischen Stil verfolgt. Spätestens seit bei Cloverfield ein überspieltes Band die Gelegenheit zu Rückblenden gab, kann niemand mehr behaupten, die Stilistik erlaube keine erzählerischen Freiheiten. Umgekehrt nimmt man als Zuschauer durchaus wahr, wenn die Kamera auch in Momenten läuft, die kein Kameramann, der mehr als 2 Sinne beisammen hat, aufzeichnen würde. Troll Hunter ignoriert all das und zeigt stets, wonach dem schlichten Drehbuch der Sinn steht - kreatives Erzählen sieht anders aus.

Aber Logik, Realismus und Glaubwürdigkeit sind ohnehin keine Aspekte, um die sich das Publikum schert; es will doch jeder nur die Trolle sehen. Und hier zeigt sich dann endlich ein maßgeblicher Unterschied zu Blair Witch und Co: Der Film geniert sich nicht, die titelgebenden Monster zeitig und ausgiebig zu zeigen. Im Gegenteil: Anstatt mit dem Auftritt der Fabelwesen noch weiter in die Knie zu gehen, punktet Troll Hunter mit eindrucksvoll inszenierten und animierten Auftritten, deren Wucht für die dringend benötigte Spannung sorgt.

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movie_info
Das Flimplakat zu Trollhunter

Trollhunter

Spielfilm Norwegen, 2010

Kinostart: 07.04.2011

FSK: Ab 12 Jahren

weitere Infos zum Film
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