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03.03.10 15:55

Crazy Heart

Kritik:

größere AnsichtCrazy Heart

Der Country-Sänger Bad Blake (Jeff Bridges) hat seine besten Zeiten schon lange hinter sich. Annähernd pleite tingelt er durch schmierige Bars und heruntergekommene Bowlinghallen, sein ständiger Wegbegleiter ist der Alkohol. Als er eines Tages auf die Journalistin Jean (Maggie Gyllenhaal) trifft, scheint sich alles zum Guten zu wenden. Nicht nur, dass er sich in die gut zwanzig Jahre jüngere Frau und deren süßen kleinen Sohn verliebt, auch beruflich geht es wieder bergauf. So soll er ein Konzert seines ehemaligen Schützlings Tommy Sweet (Colin Farrell) eröffnen, der einstweilen zum Superstar aufgestiegen ist. Doch auf so viel Sonnenschein folgt natürlich auch wieder einmal Regen, in diesem Fall in hochprozentiger Form.

Es ist schon bemerkenswert, dass ausgerechnet zwei Regiedebüts, neben Crazy Heart von Scott Cooper auch noch das berührende Antikriegsdrama The Messenger von Oren Moverman, zum Sehenswertesten zählen, was die heurige Oscarverleihung zu bieten hat. Beide Drehbücher, im übrigen aus der Feder der Regisseure, glänzen mit fein gezeichneten Charakteren, geradliniger Erzählweise und grundlegender Bodenständigkeit. Die Figuren präsentieren sich dabei ebenso lebensnah wie die Dialoge, Effekthascherei bleibt außen vor und Klischees werden höchstens angedeutet, aber nie bedient.

größere AnsichtCrazy Heart

Crazy Heart bietet nicht nur den großen Vorteil, einen fiktiven Musiker ohne die Zwänge einer Biographie porträtieren zu können, sondern vor allem einen überragenden Jeff Bridges in der Hauptrolle. Dabei sind es weniger seine launig dargebotenen Country-Songs, die im Gedächtnis bleiben. Vielmehr ist es die hervorragend verkörperte Zerrissenheit eines Musikers, der durch seinen Hang zum ausschweifenden Leben zu einem Alkoholiker geworden ist, der nebenbei auch noch Musik macht.
Jedoch sollte man sich kein zweites Leaving Las Vegas erwarten: Der Kampf gegen die Sucht steht weit weniger im Mittelpunkt als der unpathetische, mitunter auch humorvolle Weg zur Selbsterkenntnis, der über die Beziehung zu einer deutlich jüngeren Frau transportiert wird. Maggie Gyllenhaal verkörpert diese mit einem Höchstmaß an Subtilität, was die ungewöhnliche Beziehung ohne große Erklärungen glaubhaft erscheinen lässt. Colin Farrell legt seine Rolle des zu Ruhm und Ehre gelangten Protegés angenehm unprätentiös an - in weniger ausgefeilten Produktionen hätte aus Tommy Sweet leicht und locker ein platter Bösewicht werden können. Weiters erwähnenswert: Ein gut aufgelegter Robert Duvall als Blakes spitzzüngiger Kumpel.

Fazit: Eine gleichermaßen entspannte wie tiefgründige Charkterstudie mit einem großartigen Haupt- und durch die Bank überzeugenden Nebendarstellern.


Autor: Michael "Eminence" Reisner



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Das Flimplakat zu Crazy Heart

Crazy Heart

Komödiantisches Drama USA, 2009

Kinostart: 04.03.2010


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