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02.03.10 09:25

Alice im Wunderland

Kritik:

größere AnsichtAlice im Wunderland

Tim Burton verfilmt Lewis Carroll. Eine Traumpaarung, sollte man meinen.

Zu Beginn des Films ist Alice bereits eine junge Dame und gemeinsam mit ihrer Mutter auf dem Weg zu einer High-Society-Party, wo ein adeliger Schmierlappen um ihre Hand anhalten soll.
Während die Gäste aufgeregt auf ihre Antwort warten, bemerkt Alice einen Hasen, der eine Weste trägt. Sie folgt ihm und fällt prompt in das endlos tiefe Hasenloch.
Unten angekommen stellt sie fest, dass sie sich im Wunderland befindet, einem magischen Ort, von dem sie träumt, seit sie ein kleines Mädchen war. Zu ihrer Überraschung stellt sie fest, dass die dort hausenden Kreaturen sie wiedererkennen - war es etwa doch kein Traum?
Doch für das Schwelgen in Erinnerungen bleibt keine Zeit, denn die Rote Königin hat dem Wunderland den Krieg erklärt.

Das Buch Alice im Wunderland ist weniger eine traditionell erzählte Geschichte als eine Aneinanderreihung von surrealen Szenen. Ich kann nur spekulieren, warum Burton und seine Drehbuchautorin Linda Woolverton sich verpflichtet und vor allem fähig sahen, Alice’ Geschichte besser zu machen als Carroll selbst. Geklappt hat es jedenfalls nicht.
Burtons Filme machen schon seit Jahren mehr durch ihre Optik als durch Handlung oder emotionale Tiefe von sich reden, und Alice bildet da keine Ausnahme. Das Wunderland ist komplett computergeneriert, mit allem was dazugehört. So ist es erwartungsgemäß schön anzusehen, da Burton und seine Designer sich nach Herzenslust austoben konnten. Im Gegenzug bietet es die menschliche Wärme eines amtlichen Räumungsbescheids.

größere AnsichtAlice im Wunderland

Dass sich dies nicht allzu positiv auf die darstellerischen Leistungen auswirkt, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Johnny Depp als verrückter Hutmacher, Helena Bonham Carter als Rote und Anne Hathaway als Weiße Königin, kämpfen alle etwas steif gegen die Greenscreens an, wobei die deutsche Synchronisation mit ihrem unsäglichen deutsch-englischen Kauderwelsch wahrlich keine Hilfe ist. Vor allem Alice-Darstellerin Mia Wasikowska bewegt sich so hölzern durch den gesamten Film, dass man Angst haben muss, sie könne in Flammen aufgehen.

Der Film mischt Elemente aus Alice im Wunderland und der Fortsetzung, Alice hinter den Spiegeln und strickt daraus eine Schnitzeljagd ödster Sorte. Wie Nicolas Cage in Das Vermächtnis der Tempelritter hetzt Alice von einem Ort zum nächsten, um an ein Schwert zu gelangen, das für den Kinozuschauer keine Bedeutung hat. Eingebettet in das Flirren der Bits und Bytes ist Alice’ charakterliche Entwicklung, die so ermüdend banal geriet, dass man sich selbst ein Schwert herbeiwünscht, um seine Seppuku-Technik zu verfeinern.

Hübsch anzusehen und emotional kalt wie eine computergenerierte Hundeschnauze. Als Grafikdemo funktional, als Verfilmung eines Literaturklassikers eine Beleidigung.


Autor: Felix "Flex" Dencker



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Das Flimplakat zu Alice im Wunderland

Alice im Wunderland

Fantasy USA, 2010

Kinostart: 04.03.2010


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