Kinoforen | MovieGodChat | MovieBlog
 Login:  Passwort: Noch keinen Account? Hier Registrieren.
MovieGod.de
MovieGod.de KINO DVD/HD COMMUNITY
SUCHE
MovieGod.de
24.02.10 07:46

Shutter Island

Kritik:

größere AnsichtShutter Island

Als Nachfolger von The Departed tritt der neue Film von Martin Scorsese ein schweres Erbe an. Dass Leonardo DiCaprio erneut die Hauptrolle übernimmt, untermauert die Parallelen und fordert Vergleiche geradezu heraus. Doch Shutter Island hat außer den beiden klangvollen Namen wenig mit seinem Vorgänger gemein.

Es ist 1954 und die U.S. Marshals Teddy Daniels (DiCaprio) und Chuck Aule (Mark Ruffalo) sind auf dem Weg zur Insel Shutter Island, auf der sich eine Hochsicherheits-Irrenanstalt befindet. Sie sollen das spurlose Verschwinden der Kindermörderin Rachel aufklären, stoßen jedoch seitens des Personals nur auf verhaltene Unterstützung. Vor allem der Direktor der Anstalt, Dr. Cawley (Ben Kingsley), hat offensichtlich etwas zu verbergen.
Teddy bringt seine eigenen Probleme mit. Er wird von Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg verfolgt, wo er an der Befreiung Dachaus beteiligt war, zudem kann er den Tod seiner Frau nicht vergessen.
Als er wegen einer lähmenden Migräne gezwungen ist, Tabletten zu schlucken, beginnen Vergangenheit und Gegenwart, Traum und Wirklichkeit zu verschwimmen.

Bereits die klangliche Untermalung des Studio-Logos verspricht mit Nachdruck: Bei diesem Film geht es nicht um Subtilität. Dennis Lehane, Autor der Buchvorlage, stuft diese selbst als absichtlich pulpig ein, da verwundert es nicht, dass Shutter Island vor allem von seiner paranoiagetränkten Atmosphäre lebt. Schrittweise steuert Scorsese den Film von einer simplen Krimigeschichte ins Gebiet psychologischen Horrors, während Teddy immer verzweifelter versucht, die Puzzleteile zusammenzufügen, ohne den Verstand zu verlieren.

größere AnsichtShutter Island

Das Setting ist dabei ein Füllhorn von Geisterhaus-Klischees. Die unzugängliche Insel, der tosende Sturm, der ein Entkommen verhindert, der labyrinthartige Aufbau des Gefängnisses selbst... rationalistischeren Kinogängern kann das sicher etwas zu viel werden. Vor allem Teddys Albträume wirken, als hätte David LaChapelle Traumsequenzen für einen alten Film Noir in Szene gesetzt.
Dass die Darsteller allesamt gefallen, sei der Form halber hinzugefügt. DiCaprio stürzt sich wie gewohnt kopfüber in seine Rolle, und auch Kinglsey gefällt mit seiner leicht herablassenden Art, der immer ein schwer greifbarer Spritzer Ironie innewohnt.
In Nebenrollen glänzen Jackie Earle Haley, Emily Mortimer und Patricia Clarkson, die DiCaprios Abstieg in die Düsternis genussvoll beschleunigen.

Martin Scorsese sagte einmal, die 1950er Jahre seien eine Zeit gewesen, in der der Subtext mindestens so wichtig wurde wie die augenscheinliche Thematik. Shutter Island ist voll von Subtext, von Bemerkungen zum Ausschuss für Unamerikanische Umtriebe oder den Abwurf der Atombombe bis zu Teddys Unterbewusstsein, das zunehmend an die Oberfläche drängt.
Das mag weder das sein, wonach es zunächst aussieht, noch das, was die Trailer versprechen, sehenswert ist es allemal.


Autor: Felix "Flex" Dencker



content
movie_info
Das Flimplakat zu Shutter Island

Shutter Island

Thriller USA, 2009

Kinostart: 25.02.2010


weitere Infos zum Film
assignments

News


Mehr zum Thema


DVD/HD
FORUM
15.12. 04:44, scholley007
Der Film-Assoziations-Thread
14.12. 15:05, Lex 217
Star Trek: Discovery (2017 - ?)
07.12. 15:15, Lex 217
American Horror Story
02.11. 10:31, Lex 217
Der Geburtstags Thread
KINO