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26.01.10 07:53

Up in the Air

Kritik:

größere AnsichtUp in the Air

In seinem 1994er Film Natural Born Killers prangerte Oliver Stone den Gewaltfetischismus der Medien an, indem er zwei brutale Serienmörder zu Stars werden ließ. Der Film aalte sich selbst so in der Darstellung der Gewalt, dass aus der vermeintlichen Kritik eine Huldigung wurde.
Auf seine Weise ergeht es Up in the Air ähnlich.

George Clooney spielt Ryan Bingham, einen Mann, der quer durch die USA reist, um Menschen zu feuern. Personalchefs, die ihren Angestellten bei deren Entlassung nicht ins Gesicht sehen können, engagieren Binghams Firma, damit diese ihnen die Drecksarbeit abnimmt. In Zeiten der Finanzkrise boomt das Geschäft, und Bingham ist der beste in seinem Job. Mit zwischenmenschlichem Kontakt hat er es nicht so, daher liebt er seinen Lebensstil, dank dessen er nie allzu lang am selben Ort bleiben und mit anderen Leuten interagieren muss.
Das ändert sich, als er in einer Hotelbar sein weibliches Gegenstück trifft. Mit Alex Goran (Vera Farmiga) verbindet ihn nicht nur körperliche Anziehung, sondern auch das fanatische Sammeln von Vielfliegermeilen. Seine Routine gerät durcheinander, als sein Chef ihm eine Azubine an die Seite stellt, der er das Geschäft zeigen soll. Zudem steht seine kleine Schwester Julie (Melanie Lynskey) kurz vor ihrer Hochzeit, was ihn dazu zwingt, nach Jahren erstmals wieder an seine Familie zu denken. Und das, während er sich an Alex’ Gegenwart gewöhnt...

Regisseur Jason Reitman, der gemeinsam mit Sheldon Turner auch das Drehbuch schrieb, inszeniert Up in the Air überaus amüsant, mit perfekt besetzten Darstellern und spritzigen Dialogen. Der Film ist so unterhaltsam geraten, dass kaum auffällt, dass er seine Zuschauer genau so aalglatt abfertigt wie Bingham die Familienväter, die er auf die Straße setzt.

größere AnsichtUp in the Air

Up in the Air gibt vor, Kritik an der Entmenschlichung zu üben, die in der westlichen Welt immer groteskere Ausmaße annimmt. Binghams junge Begleiterin hat ein Konzept entwickelt, um die Kündigungsgespräche nicht mehr persönlich, sondern per Videokonferenz durchzuführen, um die Flugkosten einzusparen. Bingham nimmt sie mit auf seine Reisen, um ihr zu demonstrieren, dass kalte Elektronik menschlichen Kontakt nicht ersetzen kann. Durch Alex und Julie scheint sich auch ihm eben diese Erkenntnis aufzudrängen, bis der Film in seiner finalen Szene eine plötzliche Kehrtwende macht und Binghams gesamte Entwicklung für nichtig erklärt. Das deprimierende Ende von Walter Kirns Buchvorlage wird gestrichen für einen nichtssagenden Moment, der die Hauptfigur genau wie die Zuschauer in der titelgebenden Luft hängen lässt.
Als wäre derartige Konfusion nicht sinnfrei genug, werden schließlich auch noch einige Gefeuerte vorgeführt, um aufzusagen, dass eine plötzliche Kündigung nach 30 Jahren eigentlich ziemlich in Ordnung ist, solange im Haus, das man sich ohne Job nicht mehr leisten kann, eine liebende Familie wartet.

Up in the Air versucht, dem Horror der modernen Welt ins Gesicht zu sehen und wendet den Blick ab. Was eine beißende Satire sein sollte, endet als lauwarmes, künstliches ’Könnte schlimmer sein’.


Autor: Felix "Flex" Dencker



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Das Flimplakat zu Up in the Air

Up in the Air

Spielfilm USA, 2009

Kinostart: 04.02.2010


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