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22.10.09 15:52

The Girlfriend Experience

Kritik: Teil 2 von Emmas Viennale-2009-Filmkritikenspecial

größere AnsichtThe Girlfriend Experience

Die Edel-Prostituierte Chelsea (Sasha Grey) lebt gemeinsam mit ihrem Freund Chris (Chris Santos) in einem luxuriösen Loft in Manhattan. Zu ihren gut bezahlten Escort-Diensten gehört nicht nur körperliche Zuwendung, sondern auch ihre Rolle als Zuhörerin, Vertraute, Geliebte - eben eine echte "Girlfriend Experience."
Chelseas Beziehung mit Chris verläuft nur an der Oberfläche reibungslos. Als sie sich von einem neuen Kunden angezogen fühlt, zeigen sich erste Risse im Fundament ihrer Partnerschaft.

The Girlfriend Experience ist nach Bubble der zweite von sechs Filmen, den Regisseur Steven Soderbergh für Mark Cubans HDNet Films dreht. Das Auswertungskonzept sieht die zeitgleiche Veröffentlichung der Low-Budget-Produktionen im TV, Online, auf DVD und im Kino vor. Eine durchaus interessante, vielleicht sogar richtungsweisende Distributionsstrategie - doch was hilfts, wenn der Film den Kauf kaum rechtfertigen kann?

Obwohl der Stoff, vom moralischen Grunddilemma bis zur angesprochenen Beziehungsproblematik, ausreichend "Drama" hergegeben hätte, um ein ebensolches auf die Beine zu stellen, ist aus The Girlfriend Experience nicht viel mehr als ein langweiliges Videotagebuch geworden. So stöckelt die Protagonistin von Engagement zu Engagement, vom Mittagessen zum therapeutischen Kundengespräch, vom Abendessen zum Sex, und zwischendurch oder danach zurück ins eigene Designerapartment.

größere AnsichtThe Girlfriend Experience

Streng aus distanzierter Beobachtersicht fängt Soderbergh die Arbeit und das Leben der hochbezahlten Prostituierten ein: Neutral, ohne falschen Voyeurismus, aber eben auch ohne erkennbares Ziel. Und da auch Chelsea, von Pornodarstellerin Sasha Grey zurückhaltend aber durchaus überzeugend gespielt, eine fast schon apathische Reserviertheit an den Tag legt, stellt sich rasch Langeweile ein. Daran ändert auch der versuchte Ausbruch der Hauptfigur, aus einer Beziehung, die ohnehin keine Zukunft zu haben scheint sowie aus einem alles andere als erfüllten Berufsleben, nichts und läuft ebenso ins Leere wie die gesamte, skizzenhaft wirkende Handlung.
Ein interessanter, wenn auch durch seine Beiläufigkeit ebenfalls verpuffender Handlungsaspekt ist die bis zum heutigen Tage allgegenwärtige Weltwirtschaftskrise. Wie dunkel heranziehende Gewitterwolken ist die existenzielle Bedrohung durch den Finanzmarktkollaps zu spüren und spiegelt sich auch immer wieder in Dialogen und dem allgemeinen Bestreben der besseren Selbstvermarktung wieder.

Fazit: Das Gegenteil von Gut ist Gut gemeint. Steven Soderbergh schafft es mit The Girlfriend Experience nicht, das vorhandene Potential zu nutzen und liefert stattdessen bloß konzeptlose Langatmigkeit.


Autor: Michael "Eminence" Reisner



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