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21.10.09 17:20

Splinter

Kritik: Teil 1 von Emmas Viennale-2009-Filmkritikenspecial

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Was ein romantischer Camping-Ausflug für Polly (Jill Wagner) und Seth (Paulo Costanzo) werden sollte, entwickelt sich rasch zum Alptraum, als die beiden von dem entflohenen Häftling Dennis (Shea Whigham) und dessen drogensüchtiger Freundin Lacey (Rachel Kerbs) entführt werden.
Als sie jedoch an einer nahegelegenen Tankstelle halten müssen, entwickelt sich der Abend, auch für die Entführer, völlig anders als erwartet. Lacey entdeckt einen blutüberströmten Körper voller blutiger Stacheln, der sie schnurstracks ins Jenseits befördert und auch noch einen Parasiten auf ihre Leiche loslässt, die daraufhin ein ebenso bizzares wie gefährliches Eigenleben entwickelt. Den drei Überlebenden bleibt nichts anderes übrig, als sich in der Tankstelle zu verschanzen und zusammenzuarbeiten, um zu überleben.

Der von Toby Wilkins (Der Fluch - The Grudge 3) inszenierte Horrorfilm hat beim amerikanischen Screamfest 2008 so gut wie alle wichtigen Preise abgeräumt. Doch obwohl Genrefans durchaus ihre Freude an dem blutigen Treiben haben könnten, wird Splinter den Vorschusslorbeeren nicht annähernd gerecht.
Das Grundproblem ist ein altbekanntes: Dem Streifen mangelt es schlichtweg an Originalität. Ein menschenverlassenes Gebäude, in der sich eine bunt zusammengewürfelte Truppe eines Monsters erwehren muss? Ein wenig mannhafter Protagonist, der im Verlauf der Geschichte über sich hinaus wächst und zum Helden wird? Ein parasitärer Organismus, der aus Freunden Feinde macht? Nicht nur Sam-Raimi- oder John-Carpenter-Anhängern wird derlei Altbackenes ein herzhaftes Gähnen entlocken.

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Wilkins bedient sich aber nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell am Fundus bekannter Horrorfilme: Erinnert das mordlüsterne "eiskalte Händchen" an Tanz der Teufel 2, ist das Monster unverkennbar an Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt angelehnt. Ersteres passt aufgrund seiner mehr oder weniger freiwilligen Komik überhaupt nicht zum bierernsten Grundton des Films, zweiteres erweist sich dafür als eine der Stärken des Streifens, da das aus verschiedensten Körperteilen zusammengestückelte und ohne erkennbare CGI-Effekte realisierte Ungetüm richtig schön bedrohlich daherkommt. Für die zeitweise viel zu schnellen Schnitte gibt es jedoch Punkteabzug, an expliziten Szenen für die Gorehound-Klientel mangelt es aber trotzdem nicht.
Das Trio Costanzo, Wagner und Whigham spielt für Horror-Verhältnisse zwar überdurchschnittlich, scheitert aber dennoch an der Oberflächlichkeit und Vorhersehbarkeit der Figuren.

So bleibt Splinter nicht mehr und nicht weniger als ein zeitweise spannender, phasenweise atmosphärischer und mit seinen gezielten Härteeinlagen unterhaltender, aber eben immens abgedroschener Beitrag zu einem Genre, dessen Mangel an Ideenreichtum so alltäglich geworden ist, dass es wohl auch viele zufriedene Gesichter im Publikum geben wird.


Autor: Michael "Eminence" Reisner



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Das Flimplakat zu Splinter

Splinter

Horrorfilm USA, 2008


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