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#1
Mein Senf
18.09.08 08:13
Klingt ja spannend. Selten hat mich ein deutscher Film in den letzten Jahren derart interessiert, wie der Baader Meinhof Komplex. Der Trailer kam schon ziemlich wuchtig rüber und glücklicherweise habe ich das Buch auch noch nicht gelesen und kann somit gar nicht in diese unvermeidliche Vergleichsschiene abdriften, die am Ende den Filmgenuss meistens schmälert. Nach oben
#2
Fox
18.09.08 08:25
Ui, klasse. Die Vorfreude steigt weiter... Nach oben
#3
Calidor85
18.09.08 09:22
Oh, dachte der wäre eine Total Katastrophe, aber ich glaube diese Kritik hat mich soeben umgestimmt. Nach oben
#4
2ndZero
18.09.08 15:07
kein Fazit O_o ? Nach oben
#5
JackZero
24.09.08 01:02
Ehmm, sorry ich bin ziemlich verwirrt ist das jetzt reinster Sarkasmus? Nach oben
#6
Gambit
24.09.08 23:52
Eher Begeisterung würde ich sagen^^

Klingt großartig, der Film ist soeben auf meine Kinoliste gewandert wo er ohne die Kritik wohl nicht gelandet wäre, danke ^_^
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#7
Fatale
27.09.08 19:21
Der Film ist wirklich großartig, vor allem wie die Balance zwischen dem späteren Wahnsinn und der Brutalität der RAF sowie der teilweisen wirklich brutalen Methoden des Staates gehalten wird. Die schauspielerischen Leistungen sind ohnegleichen! Ich könnte mir auch kienen würdigeren Vertreter bei den Oscars vorstellen. Nach oben
#8
Slem
01.10.08 19:12
Wenn man sich auf Dinge wie Ausstattung, Lichtsetzung oder Kamera bezieht, ist der "BAADER-MEINHOF-KOMPLEX" sicherlich ein gut gemachter Film. Handwerklich. Er bringt die 60er/70er Jahre authentisch auf die Leinwand und erweckt das Lebensgefühl dieser Zeit neu.
Wenn man allerdings tiefer eintaucht und Dinge wie Inszenierung, Drehbuch und Schauspiel betrachtet, bekommt der Film schnell erhebliche Kratzer in seiner "perfekten" Patina. Um es deutlich zu sagen, Eichinger/Edel haben versucht in 150 Minuten die gesamte Geschichte der RAF zu erzählen, basierend auf einem Sachbuch und sind daran gescheitert.
Es fängt schon damit an, dass dieser Film keine Haltung hat. Dann ergeht er sich in Stereotypen und hat zu guter Letzt keine wirkliche Storyline. Oscar? NEVER!
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#9
Slem
01.10.08 19:22
@Fatale: Brutale Morde? Sicherlich kann/muss man die zeigen. Ich bezweifele jedoch das die Schleyer Entführung abgelaufen ist wie der legendäre Shoot Out in Michael Manns "HEAT", denn nur als Hommage an eben diese Szene, kann man Edels Inszenierung verstehen. Gnadenlos "over the top" und völlig unangebracht. Dieser Film läd sich immer wieder politisch auf um direkt im Anschluss in banalem Boulevard zu versinken. Die Schauspielleistungen schwanken zwischen schlecht und ansprechend. Ganz schlimm ist das "Overacting" von Martina Gedeck als Ulrike Meinhof.
Wer einen wirklich guten Film über den RAF Terrorismus sehen will, dem sei "BLACK BOX BRD" von Andreas Veiel empfohlen. Gut es handelt sich um eine Doku, aber spannender als das Eichinger/Edel Filmchen ist sie allemal.
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#10
Flex
01.10.08 19:23
Schlechte Schauspieler? Schlechtes Drehuch? Keine Handlung?
Ist ein Scherz, oder? Na komm.

Was die übertriebene (sic) Inszenierung der Schleyer-Entführung angeht: Die haben sogar die Schüsse genau abgezählt, die abgefeuert wurden. Was glaubst Du denn, mit was für Wattebäuschen die damals geworfen haben?
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#11
Slem
01.10.08 19:30
Allein das Characterdevelopment bleibt total an der Oberfläche, hinzu kommen zahlreiche Simplifizierungen was die Motivationen und Beweggründe der einzelnen Gruppenmitglieder angeht. Andreas Baader startet als totaler Egozentriker und vergiesst am Ende ein paar Tränen. Das ist keine Entwicklung. Ausserdem tauchen ab der Hälfte des Filmes in fast jeder Szene neue Figuren auf, die nicht erklärt werden. Wer keine Ahnung von der Materie hat, bleibt zwangsläufig etwas verlassen zurück. Die Anzahl der Schüsse mag richtig sein, die Ìnszenierung bleibt reisserisch und verfälscht den Ablauf, wie er in den Polizeiberichten festgehalten wurde. Ich habe mich jahrelang mit der RAF befasst und muss sagen, dass man sich besser auf Kernpunkte wie die z.B. die Schleyer Entführung konzentriert hätte. Nach oben
#12
Flex
01.10.08 19:31
Test, 1, 2, 3. Nach oben
#13
Slem
01.10.08 19:51
Wie jetzt? Nach oben
#14
Flex
01.10.08 20:02
Welche Entwicklung hätte Baader denn Deiner Meinung nach durchmachen sollen? Nach oben
#15
Slem
01.10.08 20:13
Andreas Baader war gefangen zwischen seiner Selbstverliebtheit und dem politischen Kampf den er führte. Zwischen seiner Erziehung und den Umständen die er selbst geschaffen hatte. Ein zerrissener Charakter, der sich hinter einer Machismo-Fassade versteckte und den Anführer mimte solange er im Fokus der anderen Gruppenmitglieder stand. Jemand der eine tiefe Angst verspürte seine Persönlichkeit preis zu geben, da sie sich nicht mit der Legende deckte. Eine Dekonstruktion des Mythos Andreas Baader wäre in jedem Falle interessanter gewesen, als einen modernen Clyde Barrow zu zeigen (der er nicht war). NICHTS davon kommt im Film heraus, aber vielleicht hast du ja recht und diese Oberflächlichkeit braucht das deutsche Kinopublikum. Schade. Nach oben
#16
Flex
01.10.08 20:32
Hab ich nirgends gesagt. Wenn doch, zitier mich bitte.
Wo der Clyde Barrow herkommt, ist mir auch nicht ganz klar, so hab ich ihn jedenfalls überhaupt nicht wahrgenommen. "Dekonstruktion" ist ein toller Begriff, aber keine echte Antwort auf die Frage. Ohne mich jetzt zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, könnte es sein, dass Dir vielleicht einfach das Format des Kinofilms nicht gepasst hat? Der Film war ja nun wirklich knackig erzählt und auch so schon 150 Minuten lang. Mir persönlich war es mehr als recht, dass eben nicht jede Nebenfigur breitgetreten wurde. Und dass der Film sich nicht stärker auf Schleyer konzentriert, kann ich auch nicht als Schwachpunkt sehen, aber das mag Ansichtssache sein.
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#17
Slem
01.10.08 20:40
Gut Ansichtssache ist ja so einiges, vor allem bei einem so heißen Eisen wie der RAF. Mit der Oberflächlichkeit habe ich dich auch nicht persönlich angegriffen, dass war eher so ein Gedankengang von mir.
Ich liebe Filme und war durchaus guter Hoffnung. Auch das Tempo war mir keineswegs zu langsam, eher empfand ich es als zu hoch, was die Masse an Informationen angeht. Der Film rast durch die Geschichte und setzt keinerlei Eckpfeiler oder Höhepunkte im Bezug auf die Entwicklung der RAF. Hier wird alles und nichts verhandelt. Bei Baader hätte man einfach mehr Hintergrund, eine größere emotionale Spannbreite zeigen können. Die verschiedenen Gesichter einer solch exponierten Persönlichkeit. Nochmal: Weniger wäre hier mehr gewesen! Auch mit Blick auf die zahlreichen "Nebenfiguren".
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#18
Slem
01.10.08 20:46
Ach, und Clyde Barrow: Guck dir doch einfach mal diese miese Szene an, als die ganze Gruppe ausgelassen durch die Nacht rast und auf Autobahnschilder schiesst. Nach oben
#19
Flex
01.10.08 23:11
Emotional breit war der Baader nicht, das stimmt. Das hohe Tempo mochte ich aber. Es war viel Geschichte in einem Film und spannend zusammen gefasst. Für mehr Details gibt´s eben tatsächlich Dokumentationen, Wikipedia und das Buch, aber als Film hat es für mich in dieser Form wunderbar funktioniert. Und das mit wirklich erstaunlich wenig Geschichtsverfälschung, das verdient schon Anerkennung. Ob die bei der Schleyer-Entführung die Gewehre in Wahrheit anders gehalten haben, ist mir wurscht.

Die Szene mit den Autobahnschildern, naja. Betrachte ich eher filmisch als charakterspezifisch, nämlich als Wink mit dem Zaunpfahl, dass die Jungs und Mädels ihre Ziele aus den Augen verlieren.
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#20
Slem
02.10.08 01:55
Natürlich hat der Film Tempo, aber das reicht nicht. Er hat keinen Rhythmus. Diese undeferenzierte Abfolge von Ereignissen, die sich durch den Aufbau dramaturgisch neutralisieren. Mir ist auch total Latte, wie die Maschinengewehre gehalten wurden. Mir geht es um Einstellungen, Perspektiven und Schnitt. Dazu noch der Soundtrack, der aus dieser Szene den puren Schauwert destillieren will. Blut spritzt, Maschinengewehrsalven krachen. Hier hätte etwas mehr Distanz gutgetan, statt dann doch eine Ikonisierung der Attentäter und des Attentats vorzunehmen. Edel ist sich unschlüssig in seiner eigenen Haltung. Vielleicht auch ein Opfer der Vorlage. Man hätte vielleicht eine ganz andere Herangehensweise wählen und sich nicht so stark an Stefan Austs Buch halten sollen. Film ist ein anderes Medium. Nach oben
#21
Flex
02.10.08 08:00
Einstellungen, Perspektiven und Schnitt standen in den Polizeiakten..? Mag ich nicht so recht glauben.
Und Blut spritzt nunmal, Gewehrsalven krachen nunmal.

Ich denke kaum, dass Edel unschlüssig war als er den Film gedreht hat. Er lässt nur weitestgehend die Taten für sich sprechen. Mir reicht das, ich bin da durchaus mit einer "eigenen Haltung" aus dem Kino gekommen.
Du willst einerseits mehr Distanz, andererseits eine klarere Stellungnahme, da werden wir aus mehreren Gründen nicht zusammenkommen ;-)
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#22
Fatale
02.10.08 13:39
Die Gedeck hat overacted? Ich denk du hast dich so krass mit der RAF beschäftigt, dann müsstest du eigentlich wissen, dass sie die Meinhof fast perfekt dargestellt hat. Das haben mehrere Personen bestätigt , die sie gekannt haben, Aust inbegriffen....
Ausserdem handelt es sich bei dem Film ganz klar um einen Spielfilm und dafür haben sie die ganze Geschichte unbestreitbar gut wiedergegeben.
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#23
scholley007
02.10.08 23:27
Okay - bislang noch keine Zeit gefunden, dieses Werk in Augenschein zu nehmen. Aber der schriftliche Austausch zwischen "Slem" und "Flex" verdient zumindest die Info, daß die kommende Fernsehausstrahlung gut eine halbe Stunde bis 40 Minuten zusätzliches Material enthalten soll (ähnliche Strategie wendete Eichinger ja schon beim "Untergang" an). Vielleicht kommen dort ja ein besseres Charakterdeveloping und ein etwas ruhigerer Erzählfluß zum tragen. Nach oben
#24
Slem
06.10.08 19:02
Ja, auf die TV Fassung bin ich auch mal gespannt. Aber das Aust alles super findet, was in dem Film vorkommt, ist ja klar. Er verdient schließlich dran. Wie dem auch sei. Ich hätte mir im Grunde einfach gewünscht, dass die "Schauwerte" der Attentate mit etwas mehr Fingerspitzengefühl inszeniert und insgesamt mehr Wert auf die Motive der einzelnen Personen, sowie die Abläufe im Inneren der RAF gelegt worden wäre. Und mir das Wort im Munde herumzudrehen (Einstellungen standen im Polizeibericht) bringt es nun auch nicht. Du verstehst schon, das ich einfach diese "Hollywood-Action-Inszenierung" anprangere. Natürlich fliesst Blut, aber man hat da schon andere Möglichkeiten. Was die Gedeck betrifft: Ich habe ihr die Darstellung einfach nicht abgekauft und fand sie schlecht! Subjektiv! Nach oben
#25
Flex
06.10.08 19:10
Wo dreh ich Dir das Wort im Mund rum? Du schreibst wörtlich "die Ìnszenierung bleibt reisserisch und verfälscht den Ablauf, wie er in den Polizeiberichten festgehalten wurde." Nach oben
#26
Fatale
07.10.08 13:08
Wie sollte man denn noch mehr Wert auf die Motive der einzelnen Personen legen? Dann wär der Film entweder 5 Std. gegangen oder man hätte ziemlich viel von den 10 dargestellten Jahren weglassen müssen. Nach oben
#27
Slem
07.10.08 22:17
Zum Thema Geschichtsverfälschung habe ich hier einen interessanten Link:

[gelöscht]

Und JA, Fatale, meiner Meinung nach wäre es ein besserer Film geworden wenn man genau DAS getan und einige Jahre weggelassen hätte. Dieser Film ist doch der Beweis, dass man ein solch komplexes Thema nicht zufriedenstellend in einem 150 Minütigen Spielfilm umfassend behandeln kann.
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#28
Fatale
08.10.08 13:02
Genau dass ist es ja; es handelt sich um einen Spielfilm und nicht um ne Dokumentation..... Nach oben
#29
Slem
08.10.08 21:50
Schon klar, aber Spielfilm ist nicht gleichbedeutend mit Oberflächlichkeit und Geschichtsverfälschung. Wie du der Tagespresse entnehmen kannst, kommt so langsam ans Licht, dass Eichinger/Edel sich für ihr RAF Drama mehr Freiheiten genommen haben, als zuerst zugegeben. Stichwort: Ponto-Witwe.
Ich bleibe dabei: falscher Ansatz, dem Mainstream angebiedertes Popcornfabrikat, dass ständig mit einem Auge nach dem Auslandsoscar schielt. Ich hoffe sehr (und bin eigentlich auch davon überzeugt), dass dieser dem Eichinger und seinem kalkuliertem Machwerk verwehrt bleibt.
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#30
Sportarzt
09.10.08 14:31
Oh Mann - zumindest scheint der Film heute noch so zu polarisieren wie es damals die RAF tat :)
Ich fand den Film als reinen Film gut aber dieses Popstargehabe von Baader bzw. die Ikonisierung der RAF ziemlich daneben, das waren nun mal keine coolen Rebellen sondern eiskalte Verbrecher. Gut unterhalten habe ich mich trotzdem gefühlt, wer mehr Tiefgang möchte dem sei hier nochmals Breloers "Todesspiel" empfohlen !
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Das Flimplakat zu Der Baader Meinhof Komplex

Der Baader Meinhof Komplex

Drama Deutschland, 2008

Kinostart: 25.09.2008

FSK: Ab 12 Jahren

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