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21.05.08 11:53

Yellow Cape Town

Kritik:

größere AnsichtYellow Cape Town

Major George Conrad (David Hofer), ehemaliger Oberbefehlshaber des U.S.-Geheimprojekts P.M.A, ist der wohl größte US-Patriot unter der Sonne. Als er schwer gezeichnet von seinem letzten Auftrag aus dem Koma erwacht, erblickt er als erstes die wunderschöne Krankenschwester Alina (Elma Alijagic), in die er sich sogleich Hals über Kopf verliebt. Doch aus dem harten Hund darf noch kein Weichei werden, denn die Auserwählte wird vor seinen Augen entführt.
Conrad ist sich sicher: Die Chinesen haben die zukünftige Mutter seiner Kinder in ihrer Gewalt. Schnurstracks trommelt er eine bunt zusammengewürfelte Truppe, darunter seinen ehemaligen Intimfeind Ltd. Warren Magnus (Ingo Kowatsch) zusammen, um ins ferne China zu reisen und die Herzallerliebste zu befreien. Große Gefahren und überraschende Wendungen erwarten die tapferen Männer und selbst Conrad stellt am Ende seine unerschütterlich geglaubte Vaterlandstreue in Frage.

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Es ist schon bemerkenswert, was man mit ausreichend Talent und Ehrgeiz auf die Beine stellen kann. Das nach Red Santa Down zweite No-Budget-Projekt der ambitionierten östereichischen Filmcrew rund um Multitalent Flo Lackner (u.a. Regie, Kamera, Drehbuch) versteht sich als "satirische Antwort auf den amerikanischen Chauvinismus." Insbesondere die Hauptfigur des Major Conrad fungiert hierbei als Zerrbild einer grotesken, wenn auch weit verbreiteten Form von amerikanischem Patriotismus, welche die Grenzen zum Nationalismus immer wieder überschreitet. Die parodistischen Elemente reichen von einer Unmenge an vaterlandsliebenden Dia- und Monologen, die zum Großteil eine übertriebene Variante von George W. Bushs markigen Durchhalteparolen seit 9/11 widerspiegeln, bis hin zu zahlreichen Genrezitaten aus Propagandawerken wie Rambo 2 oder Mission in Action.
Gelungen ist die Persiflage beileibe nicht immer: Das Drehbuch verfügt zwar über so einige originelle Einfälle, kämpft aber immer wieder mit Timingproblemen. Zudem lässt die viel zu lange Gesamtlaufzeit von ca. 105 Minuten die humorigen Liebesbekundungen auf das Land der ach so unbegrenzten Möglichkeiten redundant und damit auch ermüdend wirken.

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In Summe funktioniert die Blödelei aber doch erstaunlich gut, was zum einen an der beachtlichen technischen Umsetzung, von der professionellen Kameraarbeit über den Schnitt und die Musik bis hin zu den gelungenen Spezialeffekten und zum anderen an den namhaften Synchronsprechern liegt. So konnte man Größen ihres Fachs wie Ingo Albrecht (Dwayne "The Rock" Johnson, Laurence Fishburne), Charles Rettinghaus (Jamie Foxx, Jean Claude Van Damme), Wolfgang Bahro (Steve Buscemi), Helmut Krauss (Marlon Brando, Samuel L. Jackson), Ronald Nitschke (Tommy Lee Jones), Bernd Vollbrecht (Viggo Mortensen, Antonio Banderas), Jan Spitzer (Brain aus Der Pinky und der Brain) und Ulrike Stürzbecher (Kate Winslet, Jennifer Aniston) für das Projekt gewinnen. Und obwohl die schauspielerischen Leistungen sehr unterschiedlich ausfallen und sich zum Teil weit unter gängigen Kinostandards bewegen, sind es die allseits bekannten, markanten Stimmen, die den Protagonisten ihren Charme verleihen.

Fazit: Mit Yellow Cape Town liefert Flo Lackner mit seinem Team eine weitere erstaunliche Talentprobe ab. Zwar fehlt es dem Spottwerk an inhaltlichem Feinschliff und schauspielerischer Finesse, der handwerklichen Ausführung sowie dem ideologischen Anspruch ist jedoch Applaus zu zollen.


Autor: Michael "Eminence" Reisner



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Das Flimplakat zu Yellow Cape Town

Yellow Cape Town

Komödie Österreich, 2008


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