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19.05.08 18:29

Indiana Jones 4: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Kritik:

größere AnsichtIndiana Jones 4: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Endlich ist er da. 19 Jahre nach Indiana Jones und der letzte Kreuzzug, mehr als sieben Jahre nachdem wir das erste mal über ihn berichteten, nach mehrfachem Wechsel der Drehbuchautoren, nach ewigem Hin und Her kommt er nun endlich in die Kinos: Indiana Jones 4.
Diesmal ist es ein Kristallschädel, wegen dem Indy durch die halbe Weltgeschichte reist, mit den bösen Russen im Nacken und einem nassforschen Jüngling im Schlepptau, dessen Mutter Marion Ravenwood Indy-Fans in guter Erinnerung sein dürfte.

In den letzten 19 Jahren hat sich die Filmwelt weit gedreht. Die Zeitrafferaufnahme, in der der Kopf des Bösewichts am Ende des letzten Kreuzzuges zu Tode alterte, wirkt heute wie ein Relikt aus einer längst vergessenen Zeit, und in diese Zeit wollte Steven Spielberg mit dem vierten Film offensichtlich zurückkehren. Vor allem der erste Akt ist auffallend bedächtig inszeniert, so als brauche Spielberg eine Weile, das Kind in sich wieder zu entdecken, das er für seine letzten Filme in den Keller gesperrt hatte. So richtig flott wird es erst in der zweiten Hälfte, und selbst dann bleibt die Inszenierung betont unmodern, mit deutlich

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erkennbaren Bluescreen-Sequenzen und arkaner Actionregie. Hier und da gibt es echte Bildgewalt zu bestaunen, doch jüngere Zuschauer sind mit dem kommenden dritten Mumie-Abenteuer vermutlich besser beraten. Doch Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels soll wohl auch kein Film für das junge Publikum sein. Es ist ein Film für diejenigen, die keine vier Schnitte pro Sekunde brauchen, die die ersten drei Teile genauso für ihren Wortwitz lieben wie für die Actioneinlagen und die ein Fecht-Duell auf fahrenden Jeeps ebenso charmant finden wie die dicke rote Linie, mit der sich die Helden über die Landkarte bewegen.
Schwerer fällt die romantische Toleranz ausgerechnet beim zentralen Plot-Element. Die Bundeslade, die Sankara-Steine und der heilige Gral waren vor allem MacGuffins, die Jones und Co. von Schauplatz zu Schauplatz motivierten. Der Kristallschädel fungiert mehr als eine Art schweizer Taschenmesser. Er öffnet Türen, schützt vor Riesenameisen und Eingeborenen und lehrt antike Sprachen. Hätte man ihn 50 Jahre später gefunden, könnte er vermutlich auf Google Maps zugreifen. Das Finale ruft schließlich die Querelen um das Drehbuch ins Gedächtnis, denn hier wäre

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eine Drehbuchfassung mehr oder vielleicht auch eine weniger von Vorteil gewesen. Schlimmer als die absurde Pointe ist die Tatsache, dass die Figuren unwichtiger nicht sein könnten. John Hurt spielt den scheinbar verrückten Professor Oxley, der den Schädel die meiste Zeit trägt und dessen Wünsche ausspricht. Ohne die Bedrohung durch die Russen hätte er ihn auch alleine ans Ziel bringen können, denn Titelheld Jones verbringt eine beträchtliche Zeit damit, tatenlos den CGI-Effekten zuzusehen, die gegen Ende dann doch noch aufgefahren werden.

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels bietet eine Menge Angriffspunkte, doch unterm Strich läuft es auf eines hinaus: Es ist ein Indiana-Jones-Film. Wer sich auf Kabbeleien zwischen Harrison Ford und der nach wie vor bezaubernden Karen Allen freut, auf plakative Feindbilder und Jones’ immer wiederkehrenden Hut, kann seiner Nostalgie freien Lauf lassen und einfach seinen Spaß haben.


Autor: Felix "Flex" Dencker



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