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17.04.08 23:57

Fleisch ist mein Gemüse

Kritik:

größere AnsichtFleisch ist mein Gemüse

Heinz (Maxim Mehmet) hat in seinem Leben nur ein Ziel: Vierzig werden und endlich dem Elend des Jungseins entkommen. Da ihn seine schwere Acne conglobata sozial isoliert, sitzt er den ganzen Tag im Reihenhaus seiner psychisch kranken Mutter im Hamburger Vorort Harburg, trinkt zuviel Bier und schraubt Popsongs zusammen. Eine willkommene Abwechslung ist das Engagement bei der viertklassigen Coverband "Tiffany’s" um den Bandleader Gurki (Andreas Schmidt), mit der er fortan das Elend des deutschen Frohsinns, Schützenfeste, Faslam und silberne Hochzeiten auf dem Saxophon akkustisch begleitet.

Der Roman Fleisch ist mein Gemüse von Heinz Strunk glänzt mit humorvollen Milieuschilderungen eines Außenseiters, der nie am Frohsinn der anderen teilhaben darf, und hält dabei die oft beschworene und selten tatsächlich vorhandene Balance zwischen Tragik und Komik. Dem Film von Christian Görlitz gelingt es, diesen Ton einzufangen. Mit viel Liebe ist das authentisch triste Bühnenbild der in achziger-Jahre-Kaschemmen spielenden Szenen gestaltet. Die Darsteller sind auf den Punkt besetzt und geben das Vorstadtelend mit viel Spielfreude wieder. Auch die Idee, den echten Heinz Strunk auftreten und mit seinem jüngeren Ich in Dialog treten zu lassen, ist gelungen.

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Inhaltlich wurden bei der Adaption dagegen einige Veränderungen vorgenommen: Im Buch ist in Heinz’ Leben so etwas wie Fortschritt nicht zu spüren. Er ist ein einsamer Alkoholiker, bevor er der Band beitritt, und bleibt es auch, als er sie wieder verlässt, mit dem einzigen Unterschied, dass er nun auch spielsüchtig ist. Im Film hingegen werden seinem Charakter eine Liebesgeschichte und so etwas wie eine Karriere im Showgeschäft aufgedrückt. Auf der einen Seite ist dies natürlich verständlich, da ja der Film auch etwas anderes zeigen möchte als Tristesse, passt aber nicht zur Figur, was auch die Macher wohl bemerkt haben müssen, denn zum Ende hin werden diese Veränderungen wieder fallen gelassen. Das Ende ist somit eher eine kalte Dusche und möchte sich garnicht in die Milieuschilderungen jenseits des dramatischen Spannungsbogens einfügen.
So ist Fleisch ist mein Gemüse letztendlich nur eine gute Verfilmung eines grandiosen Buches.


Autor: Sven Ole Lorenzen



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Das Flimplakat zu Fleisch ist mein Gemüse

Fleisch ist mein Gemüse

Tragikomödie Deutschland, 2008

Kinostart: 17.04.2008


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