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18.03.08 00:20

Actrices ... oder der Traum aus der Nacht davor

Kritik:

größere AnsichtActrices ... oder der Traum aus der Nacht davor

Jeder wie er kann: Die eine Bruni-Schwester heiratet den französischen Präsidenten, die andere dreht den Arthouse-GAU des Jahres.
Valeria Bruni Tedeschi schrieb, inszenierte Actrices und übernahm dazu die Hauptrolle. Dabei hat der Film im wesentlichen drei Probleme: Valeria, Bruni und Tedeschi.

Zum einen ist es schmerzlich zu sehen, wie eine an sich gute Idee völlig verhunzt wird. Der "Stück im Stück"-Topos, bei dem die Beziehungen der Figuren im Stück neben die der Darsteller gestellt werden, ist eigentlich seit Shakespeare eine sichere Bank. Bei Actrices sollen die überspannten Angehörigen der russischen Oberschicht aus Turgeniews "Ein Monat auf dem Lande", die aus Ennui mit dem Feuer spielen aber letztendlich doch ihre bequemes Leben aufrecht erhalten, kontrastiert werden durch die Affären und inneren Nöte ihrer Schauspieler, allen voran der von Hauptrolle Marcelline, einer französischen Schauspielerin italienischer Herkunft, die an ihrem Leben verzweifelt. Schließlich ist sie bald vierzig, kinder- und partnerlos und die Theaterwelt ein unbarmherziges Stahlbad des Narzismus.

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Das Herbeireden einer Katastrophe, die nie kommt, die neurotische Geschwätzigkeit und Selbstbezüglichkeit weisen auf Woody Allen, ein Ziel, das wirklich um Meilen verfehlt wird. Wo bei Allen die Neurotiker bei aller Unfähigkeit doch wenigstens Meister des Wortes sind und sich in Scharfzüngigkeit ergehen, glänzt bei Actrices gepflegte Dumpfbackigkeit. Die blechernen Dialoge sollen wohl so etwas wie die Hohlheit des Theaterbetriebes widerspiegeln, doch wenn sogar Figuren, die dem Ganzen fernstehen, dieselbe Schmiere absondern, darf wohl (mit gutem Willen) von einer grandios verkorksten Synchronisation ausgegangen werden, oder schlichtweg von Unvermögen auf Seiten der Autorin. Darüber hinaus verlässt sich das Drehbuch auf die Parallelschaltung von Stück und Handlung und plätschert ansonsten undramaturgisch dahin.
Das darf ein Film selbstverständlich, wenn aber hinzu kommt, dass ausschließlich hassenswerte Figuren die Leinwand bevölkern, stellt sich langsam die Frage, wieso der Zuschauer nicht lieber französische Klatschmagazine lesen sollte.
Marcelline soll wohl so etwas wie die Quintessenz der Frau darstellen, ist aber in Wahrheit die Quintessenz der Albträume, die Männer von Frauen haben. Der hellsichtigste Moment des Films ist, wenn ihre Frauenärztin Marcelline zu ihrem Mann schicken möchte, der Psychater ist.
Ein Blick in die Seele der Schauspieler oder der Frau ist dies - hoffentlich! - nicht.
Wenn aber das, was zu sehen ist, langweilig, was zu hören ist, dümmlich, und nichts zu fühlen ist, wieso sollte man dann diesen Film schauen? Ganz genau.


Autor: Sven Ole Lorenzen



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