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29.01.08 17:17

Cloverfield

Seite 1

Kritik:

größere AnsichtCloverfield

Ende der Neunziger gelang dem Low-Budget-Film Blair Witch Projekt eine kleine Sensation an den Kinokassen durch das, was der Werbende heutzutage "virales Marketing" nennt. Über das Internet verbreitete sich die Kunde, der Film sei reales Material, so dass der Zuschauer sich mit "echtem" Horror konfrontiert glaubte - ein Glücksgriff für jeden Filmschaffenden. Die Macher von Cloverfield perfektionierten dieses Spiel mit der Mundpropaganda, indem sie einen kryptischen Teaser herausgaben, Hinweise im Internet verstreuten und sich ansonsten völlig bedeckt hielten. In den Trailern sah man nur eine von einem der Gäste aufgezeichnete Party in New York, die von einer plötzlichen Explosion aufgeschreckt wird. Ähnlich treibt Produzent J.J. Abrahms bereits in seiner Fernsehserie Lost das Spiel mit dem Zuschauern, indem in den Folgen auf die Theorien im Netz zum großen Ganzen eingegangen wird.

größere AnsichtCloverfield

Eine weitere Parallele zwischen Cloverfield und Blair Witch Project ist die Kassette einer Handkamera als einziger Zeuge einer mysteriösen Begebenheit. Diese Perspektive wird konsequent eingehalten, was auch psychologisch einigermaßen fundiert ist, da der Kameramann ein tumber Tor ist, dem man durchaus zutraut, weiterzufilmen, während er um sein Leben rennt. Dieser Konsequenz folgt auch ein ungewöhnlicher Aufbau, bei dem sich erst für eine gründliche Etablierung der Charaktere auf der Party Zeit genommen wird, um dann nur noch Raum für rennen, rennen, rennen, sterben zu bieten.

Eine wirklich schöne Idee ist, dass das Katastrophenvideo ein anderes Video überspielt, gewissermaßen die Schicht unterhalb der Oberfläche. In den unpassendsten Situationen kommen auf einmal Fetzen der Liebesgeschichte auf dem Video ans Licht, wie eine Metapher auf das Unbewusste, das auch immer den ungünstigten Zeitpunkt wählt, um hervorzubrechen. Wirklich konsequent ist die Perspektive auch in Bezug auf das Ende und die Informationen, die man über die Bedrohung letztendlich bekommt.
Natürlich strapaziert das Drehbuch die Wahrscheinlichkeit, was vier Durchschnittmenschen so alles passieren kann, beweist aber Mut und lässt hier und da einen skurrilen, trockenen Humor aufflackern.

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Das Flimplakat zu Cloverfield

Cloverfield

Katastrophenfilm USA, 2008

Kinostart: 31.01.2008


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