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25.01.08 15:50

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Kritik:

größere AnsichtSweeney Todd

Ein Musical über einen Serienkiller, das klingt dermaßen nach einem Projekt für Tim Burton, dass es erstaunt, dass er nicht selbst die Vorlage geschrieben hat. Doch der Stoff geht bis ins 19. Jahrhundert auf ein englisches Volksmärchen um einen Londoner Barbier zurück, der seine Kunden etwas zu glatt rasiert, und seine Komplizin, die die Leichen zu schmackhaften Fleischpasteten verarbeitet und verkauft. In der modernen Fassung, die Christopher Bond für die Bühne schrieb, kam noch ein Racheplot á la Der Graf von Monte Christo hinzu, in dem der Barbier von einem korrupten Richter seiner Familie und seiner Freiheit beraubt wird und auf seinem Rachefeldzug nach und nach jede Menschlichkeit ablegt. Aus diesem Stück machten Hugh Wheeler und Stephen Sondheim ein Musical, das nun wiederum John Logan für Tim Burton leinwandgerecht adaptierte.

größere AnsichtSweeney Todd

Da so viele Menschen kreativ auf den Stoff eingewirkt haben, ist es umso erstaunlicher, dass Sweeney Todd so sehr Tim Burtons Film ist wie kein anderer seit 15 Jahren. Denn so großartig seine letzten Werke auch waren, man hatte immer das Gefühl, er warte darauf, noch einmal so ganz bei sich zu sein, wie es ihm in Ed Wood, Edward mit den Scherenhänden und A Nightmare before Christmas gelungen war.
In Sweeney Todd bilden Form und Inhalt, Style und Story wieder einmal ein so untrennbares Ganzes wie in eben diesen Meisterwerken. Und auch Johnny Depp kann sich nach einer langen Reihe an effeminierten Rollen (vom Angora-Fetischisten Ed Wood über den Vivanne-Westwood-Piraten Jack Sparrow zum Michael-Jackson-haften Willy Wonka) als traurige, schöne Bestie neu erfinden. Helena Bonham Carter hingegen hat endlich zu der Rolle gefunden, auf die sie schon immer hingearbeitet hat, so dass sie hoffentlich die Gelegenheit ergreifen wird, nach ihrer Vollendung als exzentrische, schwarze Fee neue Herausforderungen zu suchen. Ein blaues Highlight in der schwarz-weiß-roten Welt des Films ist der Auftritt Sacha Baron Cohens, der als italienischer Quacksalber eine der wenigen lustigen Szenen prägen darf.

größere AnsichtSweeney Todd

Alan Rickman zeigt einmal mehr sein Ausnahmetalent als Schurke und ist darüber hinaus mit der besten Singstimme des Ensembles gesegnet.
Der geheime Star des Film ist jedoch die Ausstattung, die ein wunderschönes, tödliches London auf die Bühne zaubert. Das überraschende kleine Manko sind einige der Musikstücke, die dem Originalmusical entnommen wurden, und hier und dort den Film ein wenig in seinem Timing stocken lassen (wie zum Beispiel die gefühlten zehn Oden Sweeney Todds an seine Messer).

Aber trotz dieser Kleinigkeit kann jedem, den ein Musical mit meterlangen Blutfontänen nicht gänzlich verschreckt, ein Besuch vorbehaltlos ans Herz gelegt werden.


Autor: Sven Ole Lorenzen



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movie_info
Das Flimplakat zu Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street

Musical USA, 2007

Kinostart: 21.02.2008

FSK: Ab 16 Jahren

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