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30.11.07 19:24

Der Goldene Kompass

Seite 2

Kritik:

größere AnsichtDer Goldene Kompass

Natürlich muss jede Buchadaption Kürzungen in Kauf nehmen, gewiss müssen manche Dinge vereinfacht dargestellt werden und selbstverständlich gelingt es nie vollständig, Charaktere derart präzise und gesamtheitlich auszuformulieren wie in der verschriftlichten Vorlage. Doch mit dem richtigen Fingerspitzengefühl können auch Mammutwerke vortrefflich auf der Leinwand funktionieren, was Philippa Boyens, Fran Walsh und Peter Jackson mit ihrer Der-Herr-der-Ringe-Trilogie eindrucksvoll unter Beweis stellten.

Doch der Reihe nach. Das Vorwort und die erste halbe Stunde bilden eine gelungene Exposition und bringen die Handlung ordentlich auf den Weg. Viele der wichtigsten Figuren werden eingeführt, dem nicht mit der Buchvorlage vertrauten Publikum wird ein Einblick in die Eigenarten dieser fremdartigen Welt gewährt und auch der wichtige Bezug zur Protagonistin kann erfolgreich hergestellt werden. Damit wäre eine gute Basis geschaffen, um nachfolgend einen Schritt weiter zu gehen, indem man nicht nur die Handlung vorantreibt, sondern auch die bereits eingeführten und neu hinzugekommenen Charaktere vertieft und ihre Beziehungen zueinander näher beleuchtet. Stattdessen ging man dazu über, noch stärker zu komprimieren, womit so

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wichtige Personen wie Farder Coram (Tom Courtenay), John Faa (Jim Carter) oder auch die Hexe Serafina Pekkala (Eva Green) nie über den Status eindimensionaler Nebenfiguren hinauskommen. Dadurch wird die Verfilmung um einen Großteil des Charmes des Pullman-Werkes beraubt, das - neben der Originalität des erschaffenen Makrokosmos und dem zu honorierenden Ruf nach einer von freiem Willen bestimmten Gesellschaft - vor allem auch von seinen liebevoll gezeichneten, vielschichtigen Charakteren lebt.

Der angesprochene Verkürzungswahn hat darüber hinaus nicht nur mehrere Anschlussfehler zur Folge, sondern geht sogar so weit, dass wesentliche Abläufe in chronologisch falscher Reihenfolge abgehandelt werden, um so die einzige größere Kampfhandlung als großes Schlachtenfinale verkaufen zu können. Dramaturgisch stellt man sich damit ebenso ein Bein, wie mit der Entscheidung, die letzten Kapitel des ersten Bandes erst im geplanten zweiten Teil zu zeigen. So wurde zwar ebenfalls ein für jedermann klar ersichtliches, offenes Ende, gefunden, doch tut man damit vor allem der hochinteressanten Figur des Lord Asriel keinen Gefallen und lässt sie in einem Zustand nebulöser Bedeutungslosigkeit verweilen.

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Das Flimplakat zu Der Goldene Kompass

Der Goldene Kompass

Fantasy USA, 2007

Kinostart: 06.12.2007


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