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19.02.10 17:29

Alice im Wunderland: Interview mit Tim Burton

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Interview: Frage: Warum wollten Sie keine Nacherzählung der Bücher machen?
Tim Burton: An „Alice” faszinierte mich, dass die symbolhaften Bilder von unserer Kultur absorbiert wurden. Vermutlich wusste ich mehr über „Alice” durch das Hören von Bands und Songs - es kommen dabei so viele Aspekte aus der Bilderwelt der Geschichte ins Spiel. Das war an „Alice” schon immer überzeugend. Es war nie das Handlungsschema der Geschichte, denn das bestand aus absurden Erzählungen, die nie wirklich eine narrative Dynamik entwickelten. Das ist der Grund, warum die anderen Verfilmungen für mich immer defizitär waren; da ist dieses kleine Mädchen, das immer ‚ach, das ist aber komisch’ sagt, während sie die Dinge um sich herum beobachtet. Es taucht ein eigenartiger Charakter nach dem anderen auf, ohne in einen Kontext gesetzt zu werden. Also haben wir versucht, jeder der „Alice im Wunderland”-Figuren einen Bezug zu geben. Wir haben versucht den Figuren ein bisschen mehr Tiefe zu verleihen und Alice somit eine Geschichte zu geben. „Alice im Wunderland” wird so sehr mit einem Mysterium umgeben, da dachte ich mir, es wäre angebracht, dem Geist der Figuren treu zu bleiben und sie im Ganzen schließlich etwas umfassender einzubetten.

Frage: Warum haben Sie aus Alice eine 19-Jährige gemacht?
Tim Burton: Weil dieses Alter für mich einfach eine Art Scheideweg darstellt. Ich denke, in dem Alter tritt man in eine Gesellschaft, die einen zwingt dazu zu gehören, oder zu heiraten, oder zu anderem. Und Alice scheint mir einfach an dem Punkt zu sein, an dem man an einem emotionalen Wendepunkt angekommen ist. Ich fand Alice einen interessanten Charakter, weil sie in diesem Alter ist und weil sie gleichzeitig die Seele eines alten und eines jungen Menschen in sich trägt. Daraus entsteht eine Dynamik – man steht in dem Konflikt die Jugend und das Alter gleichzeitig in sich zu spüren und dann diese beiden Gefühle miteinander in Einklang bringen zu müssen. Es erinnert einen an die klassische Märchenstruktur. Nehmen wir den „Zauberer von Oz“, oder eine Menge anderer Märchen und Volkserzählungen: Dabei geht es immer darum die emotionalen Probleme der Figuren auszuarbeiten. Deshalb war ich auch schon immer von der Poesie und dem Beweggrund dieser Geschichten, Märchen usw. fasziniert. Sie haben eine Bedeutung. Also sind Alice’ Abenteuer nichts anderes als der Versuch zu verstehen, wer sie ist und somit zu ihrer eigenen Stärke zu finden. Von diesen Reisen erzählen die Geschichten, die oft genug auch sehr intime Abläufe schildern. Neunzehn schien das richtige Alter für die Darstellung der Dynamik einer Person zu sein, die an einem Wendepunkt angelangt ist.

Frage: Wie geht Johnny Depp an einen so impulsiven Charakter wie den Verrückten Hutmacher heran?
Tim Burton: Es ist eine Kultfigur und wurde bereits in Zeichentrick- wie auch in Realverfilmungen dargestellt. Im Gegensatz zu einer lediglich ‚verrückten’ Darstellung, hat Johnny versucht den Charakter zu erden, so dass er emotional fassbar wird. In vielen der zahlreichen Adaptionen ist der Hutmacher nur eine eindimensionale Figur und Johnny hat versucht neben der Befremdlichkeit dieses Charakters auch eine menschliche Seite herauszukehren. Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit ihm und jedes Mal versucht er etwas Besonderes aus einem Charakter zu machen – das war bei diesem Film nicht anders.

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Das Flimplakat zu Alice im Wunderland

Alice im Wunderland

Fantasy USA, 2010

Kinostart: 04.03.2010


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